„Das ist der Traum ei­nes je­den Rei­ters“

In­ter­view Die Dres­sur-Spe­zia­lis­tin El­len Fink er­hält das Gol­de­ne Reit­ab­zei­chen. Ein Ge­spräch über Rei­ten als Team­ar­beit, Zie­le im Sport und deut­sche Aus­sich­ten in Rio

Mittelschwaebische Nachrichten - - Sport Aus Der Region -

Herz­li­chen Glück­wunsch zum Gol­de­nen Reit­ab­zei­chen. Sie wirk­ten vor der Ze­re­mo­nie ein biss­chen auf­ge­regt. Trügt der Ein­druck? Fink: Nein, gar nicht, ich war so­gar ziem­lich ner­vös. Das ist ein­fach et­was ganz Be­son­de­res, der Traum ei­nes je­den Rei­ters.

Kön­nen Sie das et­was prä­zi­ser schil­dern? Fink: Man hat ja nicht im­mer nur Hö­hen in der Rei­te­rei. Es steckt sehr viel Ar­beit drin. Und für mich ist es ein ganz gro­ßes Ziel ge­we­sen, die­ses Ab­zei­chen zu er­rei­chen. Dass ich jetzt hier in Jet­tin­gen aus­ge­zeich­net wur­de, ist et­was ganz Be­son­de­res, ei­ne gro­ße Eh­re für mich. So schön und lie­be­voll hät­te es auch kein an­de­rer Ver­an­stal­ter ma­chen kön­nen.

Nach Jo­sef, Phil­ipp und Max Weis­haupt so­wie Axel Haupt sind Sie die Fünf­te aus der Jet­tin­ger Rei­ter­fa­mi­lie, die das Ab­zei­chen er­hal­ten hat. Fink: Die ers­te Frau und die ers­te Dres­sur­rei­te­rin. Min­des­tens zehn Sie­ge in S-Prü­fun­gen sind da­für Vor­aus­set­zung. Sie ha­ben’s auf elf ge­bracht. Kön­nen Sie sich noch an Ihr ers­tes Mal er­in­nern? Wann und wo war das? Fink: In Leutkirch, 2013.

Und in der kur­zen Zeit ha­ben Sie die­se Lis­te an Sie­gen zu­sam­men­ge­bracht? Fink: Ja. Ich ha­be al­lein 2015 sechs S-Dres­su­ren ge­won­nen.

Las­caa­do ha­ben Sie als Drei­jäh­ri­gen be­kom­men und selbst aus­ge­bil­det. Ha­ben Sie denn al­le elf S-Sie­ge zu­sam­men mit ihm er­reicht? Fink: Ja, so ein Pferd gibt’s wirk­lich nur ein­mal im Le­ben. Das ist ein Freund für mich.

Wenn es am schöns­ten ist, soll man auf­hö­ren, heißt es. Wir ha­ben ge­hört, dass auf Las­caa­do kei­ne gro­ßen Tur­nie­re mehr ge­hen wol­len. Stimmt das? Fink: Nach dem zehn­ten S-Sieg in Il­ler­tis­sen ha­ben wir ge­sagt, das Günz­bur­ger Herbst­tur­nier 2015 ist der letz­te Start. Da ha­ben wir dann so­gar noch mal ge­won­nen. Seit­her ge­hen wir nur noch ins Ge­län­de.

Aber Sie sind mit 42 doch viel zu jung für ei­ne Rei­ter-Ren­te. Pei­len Sie denn kei­ne sport­li­chen Zie­le mehr an? Fink: Sa­gen wir es so: Für mich ist im Mo­ment Schluss, für Las­caa­do für im­mer. Wenn Pferd und Rei­ter ir­gend­wann wie­der pas­sen, hät­te ich na­tür­lich noch Lust. Aber das Haupt­ziel ist er­reicht.

Seit ein paar Jah­ren fin­det das Jet­tin­ger Reit­tur­nier auf der neu­en An­la­ge am Trieb­weg statt. Ein Wort da­zu? Fink: Es herr­schen Top­be­din­gun­gen, es ist ein sehr lie­be­voll ge­mach­tes Tur­nier. Das ist na­tür­lich ein Ver­dienst des er­fah­re­nen Or­ga­ni­sa­ti­ons­teams.

Zur­zeit lau­fen die Olym­pi­schen Spie­le. Schau­en Sie sich die Über­tra­gun­gen trotz der in vie­len Sport­ar­ten er­for­der­li­chen Nacht­wa­chen an? Fink: Na­tür­lich. Ich glau­be, die Dres­sur­prü­fun­gen be­gin­nen so­gar zu an­ge­neh­men Zei­ten am Nach­mit­tag.

Was trau­en Sie den deut­schen Rei­tern in Rio zu? Fink: Ich glau­be, dass sie in al­len drei Dis­zi­pli­nen, al­so in Viel­sei­tig­keit, Sprin­gen und Dres­sur, gu­te Chan­cen ha­ben. Die Mög­lich­keit für Gold ist da. Aber ein Feh­ler ist auch im­mer schnell pas­siert.

Das Ge­spräch führ­te Jan Kubica

Fo­to: Ernst May­er

Die Aus­ge­zeich­ne­te und ih­re Eh­re­nes­kor­te: El­len Fink mit Wulf-Die­ter Mit­tel­strass, Eh­ren­prä­si­dent des Reit­ver­bands Schwa­ben (links), und Hans Reich­hart, Bür­ger­meis­ter der Markt­ge­mein­de Jet­tin­gen-Scheppach.

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