Das Werk­ver­zeich­nis brei­tet aus: Mons­ter und Fol­ter­qua­len wa­ren nur ei­ne Sei­te des Hier­ony­mus Bosch

Mittelschwaebische Nachrichten - - Feuilleton - rh/Fo­to: epd

Heu­te vor 500 Jah­ren wur­de in der Sint-Jans-Ka­the­dra­le von Den Bosch (’s-Her­to­gen­bosch) der mitt­ler­wei­le welt­be­rühm­te Ma­ler Hier­ony­mus Bosch mit fei­er­li­cher Vo­kal­mes­se aus­ge­seg­net und mut­maß­lich im an­gren­zen­den Kirch­hof bei­ge­setzt. Vie­le sei­ner Wer­ke ha­ben sich Ade­li­ge be­reits im 16. Jahr­hun­dert ge­si­chert – dar­un­ter Phil­ipp II. für den Es­cori­al –, so­dass sie, gut 50 an der Zahl (in­klu­si­ve Zeich­nun­gen), jetzt in vie­le Län­der ver­streut sind. Wer sie nach der lau­fen­den Ge­denk­aus­stel­lung im Pra­do Ma­drid (bis 11. Sep­tem­ber) wei­ter­hin ge­bün­delt be­trach­ten möch­te, der ist qua­si auf das gro­ße, schwe­re, kom­plet­te Werk­ver­zeich­nis an­ge­wie­sen, das das Bosch-Jahr 2016 ein­läu­te­te. Dort sind al­le 34 Ge­mäl­de und 25 Zeich­nun­gen ver­sam­melt, die Bosch heu­te zu­ge­schrie­ben wer­den – und aus­führ­lich mit neu­es­ten For­schungs­er­geb­nis­sen er­läu­tert. Da­mit kom­men gleich­wer­tig auch je­ne Bild­mo­ti­ve Boschs zur Gel­tung, auf de­nen es nicht sur­re­al vor Teu­fels­mons­tern, Fol­ter- und Tö­tungs­ar­ten wim­melt (oben ein Aus­schnitt aus sei­nem Jüngs­ten Ge­richt) – et­wa Hier­ony­mus Boschs ein­fühl­sa­me Pas­si­ons-Darstel­lun­gen. (Hier­ony­mus Bosch – Ca­ta­lo­gue rai­son­né, Ver­lag Bel­ser, 607 Sei­ten, 99 Eu­ro)

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