End­lich Fut­ter für die neu­en Fern­se­her

4K Mit der UHD-Blu-ray kommt ein neu­es For­mat in die Heim­ki­nos. Ob man be­reits um­stei­gen soll­te, ist nicht nur ei­ne Fra­ge des Gel­des

Mittelschwaebische Nachrichten - - Internet & Multimedia - Jo­chen Wie­loch, dpa

Ein Jahr­zehnt ist es her, dass die ers­ten Blu-ray-Schei­ben und Ab­spiel­ge­rä­te als DVD-Nach­fol­ger in den Han­del ka­men. Noch be­herrscht die DVD den Markt zwar im­mer noch klar. Doch es steht be­reits ein neu­es di­gi­ta­les Ab­spiel­me­di­um in den Start­lö­chern.

Seit Früh­jahr sind hier­zu­lan­de ers­te Ul­tra-HD- oder kurz auch UHD-Blu-ray-Fil­me und die pas­sen­den Play­er ver­füg­bar. Spe­zi­ell Be­sit­zer ei­nes UHD-Fern­se­hers ha­ben die Ein­füh­rung der UHD-Blu­ray sehn­lich er­war­tet. Denn ab­ge­se­hen von ei­ner Hand­voll De­mo­ka­nä­le per Sa­tel­lit und ei­ni­ger Strea­m­ing-Por­ta­le gab es bis­her kei­ne Mög­lich­keit, um die UHD-Dis­plays voll aus­zu­rei­zen. Die UHD-Auf­lö­sung be­trägt 3840 mal 2160 Pi­xel und wird oft um­gangs­sprach­lich, aber auch von Her­stel­lern fälsch­li­cher­wei­se mit 4K ab­ge­kürzt.

Und ob­wohl Vi­deo­st­rea­m­in­gDi­ens­te zum An­schau­en ei­nes UHD-Films ei­nen flot­ten In­ter­net-Zu­gang mit min­des­tens 25 MBit/s vor­aus­set­zen, wer­den die Vi­de­os auf die­sem Über­tra­gungs­weg im­mer noch ver­gleichs­wei­se stark kom­pri­miert. „Die Ul­tra-HD-Blu-ray lässt sich oh­ne In­ter­net nut­zen und ar­bei­tet mit Da­ten­ra­ten, die in der Spit­ze um 50 MBit/s lie­gen“, er­klärt Ni­co Jur­ran vom Fach­ma­ga­zin c’t. „Das er­mög­licht ei­ne scho­nen­de Kom­pri­mie­rung und ver­spricht da­durch ei­ne bis­lang nicht er­reich­te Bild­qua­li­tät.“

Zu er­ken­nen sind die neu­en Schei­ben an ih­rer schwar­zen Box, wäh­rend her­kömm­li­che Blu-rays in blau­en Co­vern ste­cken. UHD-Discs mit zwei Schich­ten spei­chern 66 Gi­ga­byte, Va­ri­an­ten mit drei Schich­ten bie­ten so­gar Platz für 100 Gi­ga­byte Ma­te­ri­al. Rund 30 Eu­ro muss man für ei­ne UHD-Blu-ray aus­ge­ben, das sind 10 bis 15 Eu­ro mehr, als die­sel­ben Ti­tel auf nor­ma­ler Blu­ray kos­ten.

Noch ist das UHD-An­ge­bot sehr über­schau­bar. Wäh­rend War­ner und 20th Cen­tu­ry Fox be­reits ers­te Ul­tra-HD-Blu-rays an­bie­ten, star­ten Uni­ver­sal, Pa­ra­mount und So­ny in Eu­ro­pa erst im Herbst.

Um die knack­schar­fen Fil­me im Heim­ki­no zum Le­ben zu er­we­cken, be­nö­tigt man ei­nen Flach­bild­fern­se­her mit UHD-Auf­lö­sung so­wie ei­nen UHD-Blu-ray-Spie­ler. Die Play­er-Prei­se star­ten bei 370 Eu­ro, das der­zeit noch sehr knap­pe An­ge­bot wird kon­ti­nu­ier­lich wach­sen.

Vie­le UHD-Blu-rays, auf de­ren Hül­len der Auf­druck 4K prangt, kön­nen in der Über­gangs­zeit noch ei­ne Art Mo­gel­pa­ckung sein: „Die meis­ten Fil­me sind von HD auf UHD hoch­ge­rech­net und noch nicht in UHD-Auf­lö­sung ge­dreht und ge­schnit­ten“, er­klärt die Stif­tung Wa­ren­test. „Ech­te UHD-Pro­duk­tio­nen kom­men wahr­schein­lich erst in den nächs­ten Mo­na­ten und Jah­ren auf den Markt.“

Ton­mä­ßig be­schert uns die UHD-Blu-ray üb­ri­gens kei­ne Neue­run­gen: „Al­le Au­dio-Co­decs, die auf der neu­en Schei­be ver­wen­det wer­den kön­nen, kennt man schon von der Blu-ray-Disc“, be­tont Jur­ran. Sei­ne Emp­feh­lung: „Wer sich die An­schaf­fung ei­nes UHD-Blu­ray-Play­ers über­legt, soll­te stets im Au­ge be­hal­ten, über wel­che Fä­hig­kei­ten sein Dis­play ver­fügt.“Der Stif­tung Wa­ren­test zu­fol­ge pro­fi­tie­ren Film­fans, die zu den Vor­rei­tern ge­hö­ren wol­len, so­fort. Wer noch ab­war­te, kön­ne mit fal­len­den Prei­sen rech­nen.

Fo­to: Flo­ri­an Schuh, dpa

Gut zu wis­sen: Ul­tra HD (UHD) wird um­gangs­sprach­lich und von den Her­stel­lern oft auch als 4K be­zeich­net.

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