Zu­rück in die Zu­kunft beim FCB?

Wel­che Fol­gen die Rück­kehr von Uli Ho­en­eß für die Mün­che­ner hat

Mittelschwaebische Nachrichten - - Sport - Von Ma­nu­el Schwarz, dpa

Mün­chen Uli Ho­en­eß hat wie­der das Sa­gen – und auf den FC Bay­ern kommt ein Auf­bruch in die Ver­gan­gen­heit zu. Das im Herbst an­ste­hen­de Come­back des Ver­eins­pa­trons wird im deut­schen Fuß­ball reih­um als gu­te Nach­richt wahr­ge­nom­men. „Das ist ei­ne tol­le Ent­schei­dung für ihn und die Bun­des­li­ga“, sag­te Le­ver­ku­sen-Ma­na­ger Ru­di Völ­ler der Bild und teil­te die Ein­schät­zung et­li­cher Kol­le­gen in der Li­ga.

Die Münch­ner, von den ak­ti­ven Spie­lern über Vor­stands­chef Karl­Heinz Rum­me­nig­ge bis zu Eh­ren­prä­si­dent Franz Be­cken­bau­er, wa­ren schon seit Mo­na­ten da­bei, den 64-Jäh­ri­gen zur Rück­kehr an die Sä­be­ner Stra­ße zu er­mun­tern. Hin­ter­fragt wird das Come­back des streit­ba­ren Ma­na­gers in Fuß­ball­Deutsch­land kaum – trotz sei­ner Haft­stra­fe we­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung von min­des­tens 28,5 Mil­lio­nen Eu­ro.

Mit Ho­en­eß als Prä­si­dent dürf­te sich bei den Bay­ern ei­ni­ges än­dern. Ei­nes der Er­folgs­re­zep­te war seit Jahr­zehn­ten der Spa­gat zwi­schen den wirt­schaft­li­chen Am­bi­tio­nen ei­nes der reichs­ten Sport­ver­ei­ne der Welt und dem baye­ri­schen Mia-sanMia. Für das bo­den­stän­di­ge Flair war Ho­en­eß zu­stän­dig. Der Ma­na­ger sorg­te sich um ge­strau­chel­te Fuß­bal­ler, den per­sön­li­chen Kon­takt schätz­ten sen­si­ble Ki­cker wie Franck Ri­bé­ry. In der mehr als zwei­jäh­ri­gen Ab­we­sen­heit von Ho­en­eß hat­ten die Münch­ner un­frei­wil­lig ver­sucht, sich zu eman­zi­pie­ren – schließ­lich war Ho­en­eß’ Zu­kunft nach 21 Mo­na­ten Haft of­fen. Sport­vor­stand Mat­thi­as Sam­mer pro­bier­te sich in der Ab­tei­lung Atta­cke, Karl Hopf­ner ge­fiel der Dop­pel-Job an der Spit­ze von Ver­ein und Auf­sichts­rat, Trai­ner Pep Guar­dio­la woll­te den Er­folg mit sei­ner Phi­lo­so­phie er­zwin­gen.

Hopf­ner könn­te nach der Jah­res­haupt­ver­samm­lung im No­vem­ber Ge­schich­te sein, dem Ver­neh­men nach schielt Ho­en­eß ne­ben dem Prä­si­den­ten­amt auch auf den Vor­sitz im Kon­troll­gre­mi­um der Pro­fiAb­tei­lung. Sam­mer ist aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den zu­rück­ge­tre­ten, Guar­dio­la vom eher un­auf­ge­reg­te­ren Car­lo An­ce­lot­ti be­erbt wor­den. Ob und wie sehr Ho­en­eß den Ver­ein um­krem­peln wird, ist of­fen. Bis auf Hopf­ner kam in der kur­zen Mit­tei­lung der Bay­ern am Mon­tag, in der die Kan­di­da­tur von Ho­en­eß be­stä­tigt wur­de, kei­ne an­de­re Per­so­na­lie vor. Dass die Ju­gend­ab­tei­lung der Münch­ner ge­stärkt wer­den muss, er­leb­te Ho­en­eß wäh­rend sei­ner Zeit als Frei­gän­ger haut­nah mit. Und dass die Bas­ket­bal­ler nach zwei ti­tel­lo­sen Jah­ren wie­der um Po­ka­le mit­spie­len sol­len, ist Ho­en­eß’ Her­zens­an­ge­le­gen­heit.

Ob sei­ne Rück­kehr Com­p­li­an­ceRe­geln wi­der­spre­che, die Kon­zer­ne im Bay­ern-Auf­sichts­rat – Te­le­kom, Adi­das, Au­di, Al­li­anz – zu be­ach­ten ha­ben? Der frü­he­re Mi­nis­ter­prä­si­dent Ed­mund Stoi­ber er­klär­te: „Da sol­len die Leu­te mal in die Lehr­bü­cher hin­ein­schau­en. Dann wer­den sie fest­stel­len, dass man für sei­ne Ta­ten nicht dau­ernd be­zahlt.“

Fo­to: Sven Hoppe, dpa

Uli Ho­en­eß ist zu­rück

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