Gu­tes Aus­se­hen ist wich­tig

Ai­do in Leip­heim legt ste­tig zu. Noch rei­chen die Flä­chen, aber wie lan­ge?

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft In Der Region - VON RO­NALD HINZ­PE­TER

Leip­heim Man­che kos­ten so viel wie ein Rei­hen­haus, doch sie müs­sen bei Wei­tem nicht so lan­ge hal­ten. Nach durch­schnitt­lich vier Ta­gen wer­den sie wie­der de­mon­tiert und die Ein­zel­tei­le kom­men ent­we­der ins La­ger oder in den Re­cy­cling-Con­tai­ner: Mes­se­stän­de ha­ben ein sehr kur­zes Le­ben. Doch für die Au­ßen­dar­stel­lung ei­nes Un­ter­neh­mens sind sie im­mens wich­tig. Auf den Bran­chen­treffs wer­den Auf­trä­ge ein­ge­sam­melt und Ver­trä­ge un­ter­schrie­ben. Des­halb müs­sen die Stän­de schon et­was her ma­chen. Da­für sorgt das Mes­se­bau- und De­sign-Un­ter­neh­men Ai­do, das seit 2010 sei­nen Platz auf dem Are­al pro hat, dem ehe­ma­li­gen Flie­ger­horst. Die Fir­ma nutzt ei­ni­ge al­te Hal­len der Mi­li­tär­lie­gen­schaft, doch der Platz­be­darf ist noch lan­ge nicht ge­stillt. So hat sich Ai­do jetzt ein neu­es Bü­ro­ge­bäu­de hin­ge­stellt, auf das Fir­men­chef Achim Hab stolz ist, denn es soll nach ei­ge­nem Selbst­ver­ständ­nis sicht­bar nach au­ßen dar­stel­len, wo­für Ai­do steht: für gu­tes De­sign, so­wohl in­nen wie au­ßen.

Ver­gan­ge­ne Wo­che erst wur­den die Ge­rüs­te weg­ge­räumt. An der Fas­sa­de muss­te noch nach­ge­ar­bei­tet wer­den, denn sie war nicht so, wie sie nach dem Ge­schmack und den von Achim Hab hät­te sein sol­len. Nun ist er zu­frie­den. Er freut sich über die mehr­fach ver­spach­tel­ten, schön an­zu­schau­en­den De­cken, die aus­ge­klü­gel­te, mit dem Han­dy be­dien­ba­re Be­leuch­tung und über das ge­fräs­te, mit künst­le­ri­schem An­spruch ge­stal­te­te wei­ße Fir­men­lo­go in der De­cke. Ho­he Glas­schei­ben ma­chen den Bau leicht und trans­pa­rent. So viel de­mons­tra­ti­ve Äu­ßer­lich­keit ist in den Au­gen des Fir­men­chefs kein rei­ner Selbst­zweck: Wenn er die Kun­den da­von über­zeu­gen will, was das Un­ter­neh­men zu bie­ten hat, bit­tet er sie nach Leip­heim, denn dort kön­ne al­les Wich­ti­ge und In­no­va­ti­ve prä­sen­tiert wer­den. Auf den In­ter­net-Sei­ten zeigt Ai­do nach den Wor­ten von Hab nur ei­nen Bruch­teil, da­mit die Kon­kur­renz – et­wa aus Fer­n­ost – nichts ab­kup­fern kann.

In den ver­gan­ge­nen acht Jah­ren hat der ge­bür­ti­ge Günz­bur­ger ei­ne Mes­se­bau-Fir­ma zur Blü­te ge­bracht, die sich zu­gu­te hält, ganz vor­ne mit­zu­mi­schen. Sie ent­wi­ckelt, ge­stal­tet und baut re­prä­sen­ta­ti­ve Stän­de vor al­lem für Un­ter­neh­men der Ma­schi­nen­bau-Bran­che. Die hat ih­re ei­ge­nen An­sprü­che: „Und die sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ge­wach­sen“, sagt Hab. Es muss nicht nur gut aus­se­hen, son­dern auch so­li­de sein: „Da darf nichts wa­ckeln.“Weil er und sei­ne Mit­ar­bei­ter die­se Wün­sche er­fül­len kön­nen, wächst das Un­ter­neh­men „je­des Jahr“, so der Chef. Mit güns­ti­gen Lö­sun­gen von der Stan­ge hal­te man sich nicht auf, denn über kurz oder lang könn­ten das aus­län­di­sche Kon­kur­ren­ten bil­li­ger an­bie­ten. Des­halb setzt er auf Qua­li­tät, die na­tür­lich auch ent­spre­chend be­zahlt wird.

Die an­hal­tend gu­te Nach­fra­ge be­deu­tet aber auch, dass die Ka­pa­zi­tä­ten von Ai­do in Leip­heim mög­li­cher­wei­se an ge­wis­se Gren­zen stoAn­sprü­chen ßen. Be­darf für wei­te­re Hal­len be­ste­he auf je­den Fall, an Bü­ro­flä­chen al­ler­dings auch. Die be­reits vor­han­de­nen Grund­stü­cke rei­chen laut Hab „noch für zwei Jah­re“. Dann müs­se er sich et­was Neu­es über­le­gen.

Bis­her zählt das Un­ter­neh­men rund 30 Mit­ar­bei­ter. Hin­zu kom­men wer­den nun fünf Azu­bis, was bei die­ser Be­triebs­grö­ße schon re­la­tiv vie­le sind. Doch der Ar­beits­markt bie­tet nicht das Fach­per­so­nal, das Hab be­nö­tigt: „Wir kön­nen nur durch die ei­ge­nen Lehr­lin­ge wach­sen.“Der Fach­kräf­te­man­gel set­ze dem Ex­pan­si­ons­drang Gren­zen.

Da­bei ist Achim Hab ehr­gei­zig, denn mit ei­ner Rol­le in der zwei­ten Rei­he will er sich nicht zu­frie­den­ge­ben, wie er sagt. Pro Jahr baut sein Un­ter­neh­men rund 150 Mes­se­stän­de, in ers­ter Li­ni­en für Ma­schi­nen­bau­un­ter­neh­men. Künf­tig will Ai­do ver­stärkt auch für an­de­re Bran­chen ar­bei­ten, et­wa für den Be­reich Che­mie und Phar­ma­zie. Was die Re­gi­on be­trifft, so ha­be er hier eher we­ni­ge Kun­den, so Hab, was er im glei­chen Atem­zug be­dau­ert. Es dürf­ten ge­trost noch ei­ni­ge mehr sein. Die Be­stel­lun­gen kom­men über­wie­gend aus an­de­ren Bun­des­län­dern so­wie aus den USA. Als Nah­ziel peil­te er an, ver­stärkt Kun­den aus Augs­burg und Ulm zu ge­win­nen.

Fo­tos: Ai­do

Das neue Bü­ro­ge­bäu­de von Ai­do: Es ist licht und luf­tig zugleich.

Das in 3-D ge­fräs­te Fir­men­lo­go im Foy­er ge­fällt In­ha­ber Achim Hab be­son­ders gut.

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