Tü­ten-Dschun­gel: wie um­welt­freund­lich die Va­ri­an­ten tat­säch­lich sind

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat -

Es gibt vie­le ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, Wa­ren ein­zu­pa­cken. Ger­hard Kot­schik, Ver­pa­ckungs­ex­per­te des Um­welt­bun­des­am­tes, gibt ei­ne Über­sicht der Pros und Kon­tras der ver­schie­de­nen al­ter­na­ti­ven Tü­ten.

Bio-Plas­tik­tü­ten

Es gibt ver­schie­de­ne Ar­ten von Bio­kunst­stof­fen, in Hin­blick auf die Tü­ten sind vor al­lem zwei in­ter­es­sant: die bio­ba­sier­ten und die bio­lo­gisch ab­bau­ba­ren.

Die bio­ba­sier­te Va­ri­an­te

Pro: Erd­öl­vor­rä­te wer­den ge­schont. Kon­tra: An­bau der be­nö­tig­ten Roh­stof­fe wie Mais, Kar­tof­feln oder Zu­cker­rohr be­las­ten die Um­welt. Für die Her­stel­lung von Die­sel wird Erd­öl be­nö­tigt. Durch Über­dün­gung ge­lan­gen Nähr­stof­fe in Flüs­se und Se­en, da­durch wird das Al­gen­wachs­tum be­schleu­nigt, die Ge­wäs­ser wer­den be­las­tet und Fi­sche ster­ben. Bei der Her­stel­lung der Tü­ten in Fa­b­ri­ken wird die Um­welt auch be­las­tet.

Bio­lo­gisch ab­bau­ba­re Va­ri­an­te

Pro: Sie ist ab­bau­bar. Kon­tra: Sie ist in­dus­tri­ell kom­pos­tier­bar, das kann nur in be­son­de­ren An­la­gen er­fol­gen, bio­lo­gi­sche Ab­bau­bar­keit bringt kei­ne Vor­tei­le, da sich die Tü­te in CO2 und Was­ser auf­löst und kei­ne wert­vol­len Bo­den­be­stand­tei­le lie­fert, die Ener­gie­ge­win­nung durch Ver­bren­nung ist hier noch sinn­vol­ler.

Tü­ten aus Re­cy­cling-Kunst­stof­fen

Pro: Die Tü­ten mit dem Gü­te­sie­gel „Blau­er En­gel“be­ste­hen aus 80 Pro­zent re­cy­cel­tem Plas­tik. Sie schnei­den am bes­ten ab un­ter Ein­weg­tü­ten. Kon­tra: Die Tü­ten kom­plett durch ei­ne Mehr­weg-Va­ri­an­te zu er­set­zen wä­re bes­ser.

Pa­pier­tü­ten

Pro: Pa­pier ist schnel­ler ab­ge­baut und da­mit in Hin­blick auf die Um­welt ver­träg­li­cher. Kon­tra: Die Tü­ten sind in der Her­stel­lung noch um­welt­schäd­li­cher als Plas­tik­t­ra­ge­ta­schen.

Emp­feh­lung

Am bes­ten sind Mehr­weg-Va­ri­an­ten, so­lan­ge die­se häu­fig ein­ge­setzt wer­den. Den Un­ter­neh­men emp­fiehlt Ger­hard Kot­schik, Ein­weg­tü­ten – wenn über­haupt – nur ge­gen ei­ne Ge­bühr an­zu­bie­ten. Das re­ge die Be­völ­ke­rung zum Nach­den­ken an. Ge­ne­rell rät er da­von ab, Plas­tik­tü­ten durch kos­ten­lo­se Pa­pier­tü­ten zu er­setz­ten. Lie­ber sol­le auf re­cy­cel­te Tü­ten mit dem Gü­te­sie­gel des „Blau­en En­gels“zu­rück­ge­grif­fen wer­den. Aber auch hier sei es sinn­voll, die­se nur ge­gen ei­nen Be­trag her­aus­zu­ge­ben. (mers)

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