Das grü­ne Was­ser brennt in den Au­gen

Ath­le­ten kla­gen über Schmer­zen. Was der Grund für die Ver­fär­bung sein könn­te

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Ja­ni­e­ro/Augs­burg Erst war es das Be­cken der Sprin­ger, nun hat sich noch das Was­ser der Was­ser­bal­ler ver­färbt. Nicht nur die Far­be stört, ei­ni­ge Ath­le­ten kla­gen über ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me. „Mei­ne Au­gen schmer­zen von dem Was­ser, das ist nicht gut“, sag­te et­wa Un­garns Was­ser­ball­spie­ler Ger­go Za­lan­ki nach dem 8:8 ge­gen Grie­chen­land. Auch dem ame­ri­ka­ni­schen Was­ser­bal­ler To­ny Aze­ve­do brann­ten nach dem 6:3 ge­gen Frank­reich die Au­gen. „Das sind die Olym­pi­schen Spie­le und sie tun so viel Chlor ins Was­ser, dass man nichts se­hen kann. Das kann nicht sein“, be­schwer­te er sich.

Den Grund für das grü­ne Was­ser teil­te der Schwimm-Welt­ver­band Fi­na in der Nacht auf Don­ners­tag mit. Zur Was­ser­auf­be­rei­tung ver­wen­de­te Che­mi­ka­li­en sei­en aus den Was­ser­tanks aus­ge­lau­fen. Da­durch sei­en auch die pH-Wer­te des Was­sers au­ßer­halb der nor­ma­len Span­ne. Tests der Was­ser­qua­li­tät hät­ten aber kein Ge­sund­heits- oder Si­cher­heits­ri­si­ko er­ge­ben. Ob tat­säch­lich Chlor zur Be­he­bung des Pro­blems ein­ge­setzt wer­de, teil­te der Ver­band nicht mit. Auch der Spre­cher des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees, Ma­rio And­ra­da, sag­te, dass das Was­ser „über­haupt kei­ne Ge­sund­heits­ge­fahr“dar­stel­le und das Pro­blem schnell be­ho­ben wer­de.

Die deut­schen Was­ser­sprin­ger kla­gen der­zeit über kei­ne ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­me auf­grund des grün ge­färb­ten Was­sers in der Olym­pia-An­la­ge. „Mo­men­tan sind al­le ge­sund“, sag­te Chef­bun­des­trai­ner Lutz Busch­kow. Für die Sprin­ger macht das grün ge­färb­te Was­ser kei­nen gro­ßen Un­ter­schied. „Es sieht aus, als wenn du ei­ne Bril­le mit ei­nem Fil­ter be­nutzt. Es ist aber nicht so krass, dass man sich übelst um­stel­len muss“, be­rich­te­te der Leip­zi­ger Ste­phan Feck nach dem Syn­chron­sprin­gen vom Drei-Me­ter-Brett.

Ein mög­li­cher Ein­satz von Chlor stimmt Wil­li Mang aus La­chen (Land­kreis Un­ter­all­gäu) nach­denk­lich. Der ehe­ma­li­ge Was­ser­auf­be­rei­ter warnt: „Grü­nes Was­ser ist ge­sund­heit­lich nicht ri­si­ko­frei.“Das Was­ser ver­fär­be sich, wenn zu viel Chlor ein­ge­setzt wer­de. Das kön­ne ge­sche­hen, wenn Ab­was­ser nicht rich­tig ab­flie­ße. „Dann ver­sucht man zu ret­ten, was nicht mehr zu ret­ten ist“, be­tont Mang. Zu viel Chlor kön­ne den Ak­tiv­koh­le­fil­ter be­schä­di­gen, so­dass es zu ei­ner che­mi­schen Re­ak­ti­on kom­me. Fol­ge: Das Was­ser wird grün. (seak, dpa)

Fo­to: Chris­to­pher Ha­ne­winckel, Wit­ters

Das grü­ne Was­ser in den Schwimm­be­cken sorgt wei­ter für Ge­sprächs­stoff.

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