Kir­che

Die Got­tes­diens­te in der Re­gi­on

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat -

Krum­bach Der rus­si­sche Dich­ter Alex­an­der Pusch­kin (1799 bis 1837) wur­de nur 38 Jah­re alt. Er war das Op­fer ei­nes Du­ells mit sei­nem Sch­wa­ger, dem er vor­warf, sei­ner Frau nach­zu­stel­len. Der frü­he Tod be­en­de­te ein er­eig­nis­rei­ches Le­ben, das vor al­lem durch sein dich­te­ri­sches Ge­nie in die Ge­schich­te der Welt­li­te­ra­tur ein­ging.

Pusch­kin ent­stamm­te dem rus­si­schen Lan­da­del. Sein Groß­va­ter leb­te als Mohr am Hof Zar Pe­ter des Gro­ßen. Er durch­lief die Aus­bil­dung an ei­ner Aka­de­mie und er­hielt ei­ne um­fas­sen­de Bil­dung. Schon früh zeig­te sich sein dich­te­ri­sches Ta­lent. Po­li­tisch von Ju­gend an in­ter­es­siert und en­ga­giert, hat ihn dies mehr­fach in die Ver­ban­nung ge­führt. Es wur­den dar­aus im­mer künst­le­risch be­son­ders frucht­ba­re Jah­re. In sei­nem rei­chen Werk fin­det sich auch ein Ma­ri­en­ge­dicht, das er über­schrie­ben hat: „Die Ma­don­na“. Es ist ein So­nett, in dem er sei­nen Wunsch äu­ßert, ein Bild der Ma­don­na mit dem Je­sus­kind in sei­nem Ar­beits­zim­mer zu be­sit­zen.

Er möch­te kei­ne Viel­zahl al­ter Meis­ter, die nur Be­wun­de­rung und Er­stau­nen bei Ken­nern aus­lö­sen. Er möch­te nur ein ein­zi­ges Bild in sei­nem „ein­fa­chen Win­kel“. Er wünscht sich, der al­lei­ni­ge Be­trach­ter ei­nes ein­zi­gen Bil­des zu sein, bei dem die „Hei­li­ge Jung­frau und un­ser gött­li­cher Er­lö­ser … auf mich her­ab­sä­hen“. Der Dich­ter taucht ge­ra­de­zu in die himm­li­sche Sphä­re ein. Die Ma­don­na ist vol­ler Er­ha­ben­heit, dem Ir­di­schen gleich­sam ent­rückt. Beim Je­sus­kind über­rascht der „Aus­druck der Ver­nunft in sei­nem Blick“. Der Dich­ter er­leb­te stil­le Zwie­spra­che mit dem Hei­li­gen. Der Him­mel sinkt her­ab in das Ar­beits­zim­mer des Dich­ters, das er am An­fang des Ge­dich­tes als sei­ne Be­hau­sung be­zeich­net. Steht zu Be­ginn der Wunsch, ein sol­ches Bild der Ma­don­na sein ei­gen nen­nen zu dür­fen, er­le­ben wir am En­de die Freu­de des Dich­ters Pusch­kin, dass sein Wunsch in Er­fül­lung ge­gan­gen ist. Er dankt dem Schöp­fer, dass er ihm die Ma­don­na her­ab­ge­sandt hat. Sie ist für ihn „reins­ter An­mut reins­tes Mus­ter“. Das Ge­dicht ist ei­ne ein­zi­ge Lie­bes­er­klä­rung an die Got­tes­mut­ter.

Es wä­re nun in­ter­es­sant zu wis­sen, in wel­cher Pha­se sei­nes Schaf­fens die­ses Ge­dicht ent­stan­den ist. Man kann es sich wäh­rend sei­ner Ver­ban­nung in den Kau­ka­sus eben­so vor­stel­len wie wäh­rend des Auf­ent­hal­tes auf dem Adels­sitz sei­ner Fa­mi­lie, der ihm als Auf­ent­halts­ort vom Za­ren zu­ge­wie­sen wor­den war, nach­dem er den re­bel­li­schen Dich­ter be­gna­digt hat­te. Je­den­falls ent­stand es nicht in der athe­is­ti­schen Pha­se sei­nes Le­bens, die es eben­falls gab, als ihn Vol­taire und die fran­zö­si­sche Phi­lo­so­phie fas­zi­nier­te. Na­po­le­on hat ihn von sei­ner Frank­reich-Be­geis­te­rung gründ­lich ge­heilt. Sha­ke­speare und Lord By­ron stan­den ihm fort­an nä­her, aber am al­ler­nächs­ten das rus­si­sche Volk und des­sen Spra­che, der er zur Welt­gel­tung ver­half. (gsch)

Rus­si­sche Iko­ne aus dem Be­sitz von Dr. Pe­ter Dyck­hoff, der sie auch fo­to­gra­fiert hat.

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