„Was er an­packt, wird zu Gold“

Auch bei den Olym­pi­schen Spie­len trifft das Mot­to von Hen­ri Jung­hä­nel zu. Da­bei war der Sie­ger mit dem Klein­ka­li­ber­ge­wehr nur ge­ra­de so ins Fi­na­le ge­rutscht

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio Hen­ri Jung­hä­nel prä­sen­tier­te stolz sein Olym­pia-Gold, Pa­pa Rein­hart und Ma­ma Re­gi­na hat­ten Trä­nen in den Au­gen nach dem Tri­umph des Soh­nes mit dem Ge­wehr. „Er ist so ziel­stre­big, die Zie­le, die er sich setzt, schafft er auch“, sag­te die stol­ze Mut­ter. „Er hat Ma­schi­nen­bau mit 1 ab­ge­schlos­sen, was er an­packt, wird zu Gold“, mein­te der Va­ter mit ei­nem Lä­cheln.

Jung­hä­nel ist seit Frei­tag Olym­pia­sie­ger mit dem Klein­ka­li­ber­ge­wehr im Lie­gend­wett­be­werb. Der 28-jäh­ri­ge De­bü­tant aus Darm­stadt hol­te sich auf der Schieß­an­la­ge in Deo­do­ro mit dem olym­pi­schen Re­kord von 209,5 Punk­ten den Sieg vor dem Süd­ko­rea­ner Kim Jong­huyn und dem Rus­sen Kir­ril Gri­go­ri­an. „Ich gön­ne es dem Hen­ri so, er ist ein Su­per­lie­gend­schüt­ze. Ir­gend­wie ha­ben wir im Team jetzt ei­ne Ei­gen­dy­na­mik, es läuft so su­per“, sag­te Bar­ba­ra En­g­le­der. Die Baye­rin hat­te mit ih­rem Olym­pia­sieg mit dem Klein­ka­li­ber­ge­wehr am Vor­tag für ei­nen wei­te­ren Gän­se­h­aut­mo­ment ge­sorgt.

Im Fi­na­le ging es gut los für Jung­hä­nel. Er be­gann mit ei­nem gu­ten Zeh­ner­schnitt und lag zu­nächst auf Rang drei. Nach der drit­ten Drei­erSe­rie über­nahm der Hes­se die Spit­ze. Mit traum­wand­le­ri­scher Si­cher­heit traf er, bau­te sei­nen Vor­sprung aus. Ni­co­lo Cam­pria­ni aus Ita­li­en, der Olym­pia­sie­ger von 2012, schei­ter­te früh, Jung­hä­nel traf wei­ter si­cher. Nach den Schüs­sen 13 und 14 war die Füh­rung erst ein­mal weg, doch Jung­hä­nel be­hielt die Ner­ven.

Die deut­schen Fans wa­ren be­geis­tert und in Fei­er­stim­mung. Auch Gold-Ge­win­ne­rin En­g­le­der feu­er­te ih­ren Kol­le­gen an. Die letz­te Ge­wehr­me­dail­le bei den deut­schen Män­nern hat­te 2004 Chris­ti­an Lusch eben­falls im Lie­gen­schie­ßen ge­won­nen.

Da­bei war Jung­hä­nel als Vor­kampf-Ach­ter ge­ra­de so ins Fi­na­le ge­rutscht. Am En­de reich­ten 624,8 Rin­ge für den letz­ten frei­en Platz für das Me­dail­len-Du­ell, das in zwei Durch­gän­gen als Aus­schei­dungs­wett­kampf ge­schos­sen wur­de.

Ent­täu­schend hin­ge­gen ver­lief der Auf­tritt von Team­kol­le­ge Da­ni­el Brod­mei­er aus Nie­der­lau­ter­bach. Der Olym­pia-Fünf­te von Lon­don galt als ei­ner der Mit­fa­vo­ri­ten und ver­pass­te das Fi­na­le als 37. deut­lich. Grün­de über sein Schei­tern woll­te er nicht be­nen­nen und ging mit erns­tem Ge­sicht durch die Mi­xed­zo­ne.

Den­noch liegt der Deut­sche Schüt­zen­bund nach der Gold­me­dail­le von En­g­le­der so­wie den sil­ber­nen Me­dail­len von Mo­ni­ka Karsch und Bo­gen­schüt­zin Li­sa Un­ruh voll im Soll. Die an­spruchs­vol­le Ziel­stel­lung von vier bis fünf Me­dail­len scheint nach der Olym­pia­P­lei­te von Lon­don im­mer noch rea­lis­tisch zu sein.

Die mit­fa­vo­ri­sier­ten Schnell­feu­er­schüt­zen Chris­ti­an Reitz und Oli­ver Geis star­te­ten am Frei­tag in ih­ren ers­ten Wett­kampf­tag. (dpa)

Fo­to: dpa

Hen­ri Jung­hä­nel ist Olym­pia­sie­ger mit dem Ge­wehr.

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