Er pre­digt im Münch­ner Dia­lekt

Münch­ner Pfar­rer er­hält die „Bai­ri­sche Sprach­wur­zel“

Mittelschwaebische Nachrichten - - Bayern -

Strau­bing Der aus Bay­ern stam­men­de eme­ri­tier­te Papst Be­ne­dikt XVI. hat sie schon – und nun ist auch noch ei­ner der der­zeit be­kann­tes­ten ka­tho­li­schen Pfar­rer im Frei­staat da­mit aus­ge­zeich­net wor­den: Der Münch­ner Pries­ter Rai­ner Ma­ria Schieß­ler hat am Sonn­tag in Strau­bing die „Bai­ri­sche Sprach­wur­zel“er­hal­ten. Da­mit wür­dig­te der Dia­lekt­för­der­ver­ein „Bund Bai­ri­sche Spra­che“den Ein­satz des Kir­chen­man­nes für die Dia­lekt­viel­falt.

Der Vor­sit­zen­de Sepp Ober­mei­er nann­te Schieß­ler bei der Preis­ver­lei­hung ei­nen „dia­lek­ta­len Men­schen­fi­scher“. Der Pries­ter ha­be ei­ne Fol­ge der Li­ve-Sen­dung „Jetzt red i“des BR-Fern­se­hens im Früh­jahr zu ei­ner Stern­stun­de des Dia­lekts wer­den las­sen. Als Bei­spiel nann­te Ober­mei­er den Satz Schieß­lers: „Sa­kra­men­te mu­asst spürn, Li­t­ur­gie de­af ned weh­doa und d’ Leit mu­assd mögn.“

Lau­da­tor Lud­wig Holz­furt­ner von der Kom­mis­si­on für Baye­ri­sche Lan­des­ge­schich­te be­schei­nig­te dem Pries­ter Ku­rio­ses: Sei­en einst der Dorf­leh­rer und -pfar­rer die ein­zi­gen ge­we­sen, die nach der Schrift re­de­ten, sei heu­te der Groß­stadt­pfar­rer Schieß­ler der ein­zi­ge, der Dia­lekt spricht, und das mit ei­ner seel­sor­ge­ri­schen Stra­te­gie. Der 55-Jäh­ri­ge ist ne­ben der Pfar­rei St. Ma­xi­mi­li­an auch für die im Her­zen der Lan­des­haupt­stadt ge­le­ge­ne Hei­lig-Geis­tGe­mein­de am Vik­tua­li­en­markt zu­stän­dig. Jah­re­lang ar­bei­te­te er in sei­nem Ur­laub in ei­nem der Fest­zel­te auf dem Ok­to­ber­fest als Be­die­nung und spen­de­te den Lohn für so­zia­le Pro­jek­te. Im Früh­jahr er­schien sein Buch „Him­mel, Herr­gott, Sa­kra­ment. Auf­tre­ten statt aus­tre­ten“, in dem er auch heik­le Themen in­ner­halb der ka­tho­li­schen Kir­che an­spricht. Sei­ne Pre­dig­ten hält Schieß­ler im Münch­ner Dia­lekt.

Bis­he­ri­ge Trä­ger des seit 2005 ver­ge­be­nen und nicht do­tier­ten Sprach­prei­ses in Form ei­ner Glas­skulp­tur sind un­ter an­de­rem die Ka­ba­ret­tis­tin Lui­se Kin­se­her und Re­gis­seur Mar­kus H. Ro­sen­mül­ler. Vo­ri­ges Jahr er­hiel­ten die „Wel­lB­rü­der aus’m Bier­moos“die Aus­zeich­nung für ih­re bis­sig-baye­ri­schen Lied­tex­te. (dpa)

Foto: dpa

Rai­ner Ma­ria Schieß­ler ist ei­ner der be­kann­tes­ten Pfar­rer.

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