„Sa­bo­ta­ge im Han­sen­hohl“

In dem Thann­hau­ser Schlucht­wald wird ein neu­es Kon­zept für den in die Jah­re ge­kom­me­nen Na­tur­er­leb­nis­pfad um­ge­setzt. Kri­mi­na­lis­ti­sche Spür­na­sen wird das be­son­ders freu­en

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON STE­FAN REIN­BOLD

Thann­hau­sen Zur­zeit herrscht gro­ßes Auf­räu­men in dem zwi­schen Augs­bur­ger Berg und Eich­berg ein­ge­klemm­ten Thann­hau­ser Schlucht­wald Han­sen­hohl. Mit­ar­bei­ter des städ­ti­schen Bau­hofs schrau­ben ver­wit­ter­te Schau­ta­feln ab, säu­bern und re­pa­rie­ren mit Spitz­ha­cke und Ket­ten­sä­ge die aus­ge­tre­te­nen We­ge des Na­tur­lehr­pfa­des. Be­ton­fun­da­men­te für neue Schau­ta­feln wer­den in den Wald­bo­den ge­gos­sen. In den kom­men­den vier Wo­chen sol­le wei­ter em­sig ge­ar­bei­tet wer­den, sagt Re­bek­ka Seit­zer von der Stadt­ver­wal­tung. Der­zeit wür­den die Plat­ten für neue Schau­ta­feln be­druckt. So­bald die fer­tig sind, wer­den Mit­ar­bei­ter der Fir­ma Hoch­kant den Par­cours da­mit be­stü­cken. Das All­gäu­er Un­ter­neh­men hat sich auf die Kon­zep­ti­on und den Bau von Hoch­seil­gär­ten, Baum­häu­ser, Klet­ter­an­la­gen und an­de­rer Frei­luft-Er­leb­nis­wel­ten spe­zia­li­siert. Im Stadt­rat war das in die Jah­re ge­kom­me­ne Nah­er­ho­lungs­ge­biet am öst­li­chen Rand von Thann­hau­sen be­reits mehr­fach the­ma­ti­siert wor­den. Um das fa­mi­li­en­freund­li­che Er­schei­nungs­bild der Stadt auf­zu­po­lie­ren, ge­nü­ge es nicht, nur den Stadt­kern her­aus­zu­put­zen, auch in der Pe­ri­phe­rie müs­se et­was ge­tan wer­den. Im­mer wie­der hät­ten Tou­ris­ten und Neu­bür­ger an­ge­fragt, wel­che Frei­zeit­an­ge­bo­te es für Fa­mi­li­en in der Stadt ge­be. Mit dem neu­en Kon­zept, das Bür­ger­meis­ter Ge­org Schwarz be­reits An­fang Ja­nu­ar in gro­ben Zü­gen in ei­ner öf­fent­li­chen Sit­zung den Stadt­rä­ten prä­sen­tier­te, wür­de die Stadt ei­ne im Land­kreis bis­lang ein­ma­li­ge tou­ris­ti­sche At­trak­ti­on an­bie­ten. Ge­plant ist ei­ne Art kri­mi­na­lis­ti­sche Schnit­zel­jagd, bei der die „Kin­der rät­seln und tüf­teln kön­nen und al­le Sin­ne an­ge­regt wer­den“, kün­digt Seit­zer an. Der be­ste­hen­de Rund­wan­der­weg, der über ver­schlun­ge­ne Pfa­de, stei­le Trep­pen und klei­ne Brü­cken durch den Wald führt, soll in sei­ner Grund­struk­tur er­hal­ten blei­ben. An acht Sta­tio­nen wer­den Schau­ta­feln an­ge­bracht, die da­zu ein­la­den, die Na­tur spie­le­risch zu ent­de­cken. Par­al­lel zu die­ser ana­lo­gen Ent­de­ckungs­rei­se wird auch ei­ne so­ge­nann­te Kri­mi-Au­dio­tour in­stal­liert, bei der die Kin­der ei­nen Kri­mi­nal­fall lö­sen sol­len. Der Ti­tel der Ge­schich­te lau­tet: „Sa­bo­ta­ge im Han­sen­hohl“. Über ei­ne GPS-ge­steu­er­te Smart­pho­ne-App er­hal­ten die Kin­der an den ver­schie­de­nen Sta­tio­nen je­weils die Auf­for­de­rung, nach be­stimm­ten Hin­wei­sen in der Um­ge­bung zu for­schen, die zur Lö­sung des Kri­mi­nal­falls füh­ren. Die App kann kos­ten­los im In­ter­net her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Ins­ge­samt soll die­se neue At­trak­ti­on rund 150000 Eu­ro kos­ten, sie wird aber zur Hälf­te vom Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um und vom baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­ri­um für Land­wirt­schaft ge­för­dert. Zu den Vor­aus­set­zun­gen für die staat­li­che Fi­nanz­sprit­ze ge­hört aber auch, dass die Maß­nah­me noch in die­sem Jahr be­en­det wird. „Bis Mit­te Sep­tem­ber müs­sen wir fer­tig sein“, sagt Seit­zer und kün­digt an: „In den kom­men­den vier Wo­chen wird im Han­sen­hohl ei­ni­ges pas­sie­ren.“

Fo­to: Re­bek­ka Seit­zer

Mit Spitz­ha­cke und Ket­ten­sä­ge: Mit­ar­bei­ter des städ­ti­schen Bau­hofs re­pa­rie­ren die We­ge im Han­sen­hohl.

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