ARD und ZDF se­hen sich als Sie­ger

Nach zä­hem Be­ginn er­reich­ten die Über­tra­gun­gen aus Rio gu­te Quo­ten. Wie es nach den Spie­len mit Olym­pia bei den bei­den Sen­dern wei­ter­geht, ist al­ler­dings of­fen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Olympische Spiele 2016 -

Rio de Janei­ro/Han­no­ver Gu­te Ein­schalt­quo­ten, ho­he Markt­an­tei­le, be­ein­dru­cken­de Bil­der und kaum tech­ni­sche Pro­ble­me: Für ARD und ZDF fällt die Olym­pia-Bi­lanz po­si­tiv aus. „Ich glau­be, dass es uns ge­mein­sam mit der ARD ge­lun­gen ist, ei­ne sehr hoch­wer­ti­ge Be­richt­er­stat­tung aus Rio an­zu­bie­ten“, er­klär­te ZDF-Sport­chef Die­ter Gru­schwitz am Frei­tag.

Nach ei­nem et­was zä­hen Be­ginn zog das In­ter­es­se der Fern­seh­zu­schau­er mit den zahl­rei­chen deut­schen Me­dail­len­ge­win­nen in der zwei­ten Wo­che an. Die letz­ten drei Olym­pia-Ta­ge dürf­ten den Trend noch be­stär­ken.

Abends ver­folg­ten nach 20.15 Uhr re­gel­mä­ßig mehr als fünf Mil­lio­nen Fans den Kampf um Gold, Sil­ber und Bron­ze. Tags­über so­wie nach Mit­ter­nacht la­gen die Markt­an­tei­le zwi­schen 15 und 30 Pro­zent.

Als Kon­se­quenz aus dem olym­pi­schen TV-Ma­ra­thon rund um die Uhr füh­ren das ZDF (15,0 Pro­zent) und die ARD (14,8 Pro­zent) die Mo­nats­wer­tung Au­gust der Fern­seh­sen­der deut­lich vor RTL (7.9) an.

Die pri­va­ten An­bie­ter schau­ten ähn­lich wie bei der Fuß­ball-EM, die haupt­säch­lich von den öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­dern ge­zeigt wur­de, in die Röh­re. Die TopWer­te von 8,52 Mil­lio­nen Zu­schau­ern beim Halb­fi­na­le des Beach­vol­ley­ball-Du­os Lau­ra Lud­wig/Ki­ra Wal­ken­horst, 7,38 Mil­lio­nen beim Sieg von Turn-Star Fa­bi­an Ham­bü­chen oder 40 Pro­zent Markt­an­teil beim Deutsch­lan­dAch­ter wur­den in Sport­ar­ten er­zielt, die sonst sel­ten auf dem Bild­schirm zu se­hen sind.

„Olym­pia be­geis­tert die Men­schen – egal ob ge­sprun­gen, ge­run­gen oder ge­schos­sen wird“, sag­te ARD-Te­am­chef Gerd Gott­lob. Auch Gru­schwitz ver­wies auf die „über­ra­gen­den Quo­ten“beim Beach­vol­ley­ball, Bo­gen­schie­ßen, Bahn­rad­fah­ren oder Schie­ßen. „Die Fas­zi­na­ti­on Olym­pia bleibt trotz ne­ga­ti­ver Ran­der­schei­nun­gen un­ge­bro­chen“, sag­te der ZDF-Mann.

Die Do­ping-Pro­ble­ma­tik wird auch in Zu­kunft ein The­ma sein, das die Sen­der nicht aus­blen­den kön­nen. Es hat­te aber ähn­lich wie die Zeit­ver­schie­bung von fünf St­un­den in Rio kei­ne gra­vie­ren­den Aus­wir­kun­gen auf das Zu­schau­er-In­ter­es­se. Dank der sechs Li­vestreams im In­ter­net konn­ten ARD/ZDF die olym­pi­sche Viel­falt ab­de­cken und sich im Haupt­pro­gramm auf die deut­schen Sport­ler fo­kus­sie­ren. Die Zahl der Li­vestream-Ab­ru­fe dürf­te am En­de bei mehr als 30 Mil­lio­nen lie­gen.

Wie es nach den Spie­len in Bra­si­li­en mit Olym­pia bei ARD/ZDF wei­ter­geht, bleibt of­fen. Die Über­tra­gungs­rech­te lie­gen mit Be­ginn der Win­ter­spie­le 2018 beim Kon­zern Dis­co­very. Die Mut­ter­ge­sell­schaft von Eu­ro­sport ver­han­delt mit den deut­schen Sen­dern um Su­bli­zen­zen. „Wir füh­len uns auf je­den Fall durch Rio ge­stärkt in dem Be­stre­ben, auch wei­ter­hin Olym­pia über­tra­gen zu wol­len. Wir kön­nen et­was vor­wei­sen“, er­klär­te Gru­schwitz. (dpa)

Fo­to: Lu­kas Schul­ze, dpa

Fran­zis­ka van Alm­sick und Ralf Scholt bei ei­ner der Über­tra­gun­gen von den Schwimm-Wett­be­wer­ben in Rio.

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