Stadt­saal als Denk­mal

Karl Kling über die Mög­lich­kei­ten, die sich mit der Auf­nah­me in die of­fi­zi­el­le Lis­te er­ge­ben

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite - VON PE­TER BAU­ER

Der Krum­ba­cher Stadt­saal of­fi­zi­ell in die Denk­mal­lis­te auf­ge­nom­men: Der ehe­ma­li­ge Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Kling be­tont, dass dies wich­ti­ge Vor­tei­le brin­ge.

Krum­bach Ge­misch­te Ge­füh­le: So könn­te man die Re­ak­ti­on des Krum­ba­cher Stadt­ra­tes auf die Auf­nah­me des Stadt­saals in die baye­ri­sche Denk­mal­lis­te um­schrei­ben. Ist die­se Auf­nah­me ein Nach­teil oder Vor­teil für die Stadt? Die Auf­nah­me des Stadt­saals wur­de seit Be­ginn die­ses Jah­res maß­geb­lich vom frü­he­ren Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Pro­fes­sor Karl Kling in­iti­iert. Ge­gen­über un­se­rer Zei­tung ver­wies Kling auf die gro­ße ge­schicht­li­che Be­deu­tung des Stadt­saals für Krum­bach. Kling be­ton­te, dass ei­ne Stadt nicht ge­schichts­los wer­den dür­fe. Die Auf­nah­me des Saals in die Denk­mal­lis­te sei auch ein „star­kes Be­kennt­nis zur Stadt­ge­schich­te“.

Bür­ger­meis­ter Hu­bert Fi­scher hat­te in der jüngs­ten Rats­sit­zung er­klärt, dass durch die Auf­nah­me des Saals in die Denk­mal­lis­te die Sa­nie­rung „teu­rer und kom­pli­zier­ter“ wer­de. Kling weist dies zu­rück. Ziel sei­ner Initia­ti­ve sei es, den Saal in sei­ner historisch ge­wach­se­nen Sub­stanz zu er­hal­ten. Nun gel­te es, die um­fang­rei­chen Zu­schuss­mög­lich­kei­ten zu nut­zen und zu be­an­tra­gen. Bei den Sa­nie­rungs­kos­ten sei von rund sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro aus­zu­ge­hen. Mög­lich sei­en Zu­schüs­se von der Baye­ri­schen Lan­des­stif­tung. Hier sei er in en­gem Kon­takt mit dem Vor­stands­vor­sit­zen­den, dem ehe­ma­li­gen baye­ri­schen Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Jo­sef Mil­ler. Fer­ner sei­en Zu­wen­dun­gen denk­bar vom Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge, vom Lan­des­ver­ein für Hei­mat­pfle­ge, aber auch von Land­kreis und Be­zirk. Kling ver­weist auf die ho­he Be­deu­tung, die dem Denk­mal­schutz in Bay­ern zu­ge­mes­sen wer­de. Un­ter an­de­rem sei der Denk­mal­schutz in der baye­ri­schen Ver­fas­sung (Ar­ti­kel 141/Ab­satz 2) ver­an­kert. Auch in sei­ner Zeit als Prä­si­dent der Baye­ri­schen In­ge­nieu­re-Kam­mer-Bau sei ihm der Denk­mal­schutz im­mer ein be­son­de­res An­lie­gen ge­we­sen. En­de der Neun­zi­ger­jah­re sei im Zu­sam­men­hang mit der In­stand­set­zung der Günz­bur­ger Frau­en­kir­che zu­sam­men mit dem Baye­ri­schen Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge un­ter an­de­rem die „Günz­bur­ger“Er­klä­rung ver­fasst wor­den. Kling be­tont, dass er bei sei­ner Initia­ti­ve für den Stadt­saal vom Krum­ba­cher Hei­mat­ver­ein und von der Jun­gen Uni­on un­ter­stützt wer­de. Kling kann sich gut vor­stel­len, dass bei der Sa­nie­rung des Stadt­saals ein Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb ei­ne maß­geb­li­che Rol­le spie­len könn­te. Der Vor­sit­zen­de des Hei­mat­ver­eins, Wil­li Fi­scher, hat­te vor Kur­zem 1396 Un­ter­schrif­ten für den Er­halt des Saals über­ge­ben. Nach der Stadt­rats­sit­zung hat­te er be­tont, dass im Rah­men des Denk­mal­schut­zes ein mo­de­ra­tes Büh­nen­nut­zungs­kon­zept für den Saal mög­lich sei. Dies be­für­wor­tet auch Karl Kling. Es gel­te, der his­to­ri­schen Be­deu­tung des Saals für die Stadt ge­recht zu wer­den. Kling spricht sich für ein „ar­chi­tek­to­nisch, städ­te­bau­lich und funk­tio­nal schlüs­si­ges, wirt­schaft­li­ches und för­der­fä­hi­ges Ge­samt­kon­zept“aus.

In ei­ner Pres­se­er­klä­rung kri­ti­siert die Jun­ge Uni­on Krum­bach die Ar­gu­men­ta­ti­on ei­ni­ger Stadt­rä­te in der jüngs­ten Sit­zung. An­statt Kon­zep­te für ei­ne nach­hal­ti­ge Nut­zung des Stadt­saals zu er­ar­bei­ten, wird dis­ku­tiert, ob die Denk­mal­ei­gen­schaft des Stadt­saals wün­schens­wert“sei. Karl Kling spricht sich da­für aus, dass bald Er­geb­nis­se ei­ner Un­ter­su­chung der Sta­tik des Stadt­saals vor­ge­legt wer­den. Ähn­lich sieht dies auch die Jun­ge Uni­on: „Seit En­de letz­ten Jah­res soll die Sta­tik des Stadt­saals un­ter­sucht wer­den. Er­geb­nis­se gibt es bis heu­te je­doch nicht.“

Fo­to: Haupt­staats­ar­chiv

1945/46 fan­den im Stadt­saal zahl­rei­che Hei­mat­ver­trie­be­ne ei­ne ers­te Blei­be. Karl Kling be­tont die ge­schicht­li­che Be­deu­tung des Saals für Krum­bach. Dies wer­de mit der Auf­nah­me in die baye­ri­sche Denk­mal­lis­te ge­wür­digt.

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