Er­do­gan im Mi­nen­feld

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite - VON WIN­FRIED ZÜFLE w.z@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Spät, hof­fent­lich nicht zu spät macht der tür­ki­sche Prä­si­dent Er­do­gan Ernst mit dem Kampf ge­gen die Ter­ror­mi­liz IS. Bis­her hat­te An­ka­ra lie­ber die Kur­den in Sy­ri­en be­kämpft und nur pro for­ma die IS-Ter­ro­ris­ten.

Doch seit der IS im­mer gna­den­lo­ser in der Tür­kei zu­schlägt, muss Er­do­gan um­den­ken. Der jüngs­te ver­hee­ren­de An­schlag auf die Hoch­zeits­ge­sell­schaft in Ga­zi­an­tep galt zwar der kur­di­schen Volks­grup­pe, doch mit sol­chen At­ten­ta­ten de­sta­bi­li­siert der IS das ge­sam­te Land und un­ter­mi­niert Er­do­gans Au­to­ri­tät. Der tür­ki­sche Prä­si­dent hat jetzt mit sei­nen Pan­zern dar­auf ge­ant­wor­tet. Die­se ver­hal­fen in Sy­ri­en ge­mä­ßig­ten Re­bel­len da­zu, die Grenz­stadt Ds­cha­rab­lus ein­zu­neh­men. Da­mit ist Er­do­gan aber auch kur­di­schen Kämp­fern zu­vor­ge­kom­men, die zu­letzt – mit ame­ri­ka­ni­scher Un­ter­stüt­zung – er­folg­reich ge­gen den IS ope­rier­ten.

Ob Er­do­gans Zwei-Fron­tenK­rieg ge­gen den IS und ge­gen die Kur­den auf Dau­er gut ge­hen kann, ist frag­lich. Die Ame­ri­ka­ner ver­lan­gen jetzt je­den­falls von den Kur­den, den Eu­phrat nicht zu über­schrei­ten, um den Tür­ken nicht in die Que­re zu kom­men. Aber oh­ne die Kur­den gibt es kei­ne Lö­sung für das Mi­nen­feld Sy­ri­en.

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