Na­tur­schutz soll prak­tisch sein

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat - VON STE­FAN REINBOLD redaktion@mit­tel­schwa­ebi­sche-nachrichten.de

Na­tur­schutz

Man muss das nicht gut fin­den, aber in der Re­gel han­deln Men­schen nur sel­ten aus Idea­len her­aus. So ist das auch beim Na­tur­schutz. Das Pro­ble­ma­ti­sche an Ideo­lo­gi­en ist oh­ne­hin, dass sie kaum kom­pro­miss­fä­hig sind. Die­se Fä­hig­keit brau­chen wir aber. Kein Weg geht mehr zu­rück zur Na­tur wie vor 500 Jah­ren. Wenn heu­te die Na­tur für Bau­land ge­op­fert wird, dann macht es Sinn, wenn da­für we­nigs­tens an an­de­rer Stel­le oder an den Rän­dern des neu­en Bau­ge­biets hoch­wer­ti­ge Rück­zugs­räu­me für Flo­ra und Fau­na ent­ste­hen. Klug ist in die­ser Hin­sicht auch das Kon­zept des Öko­kon­tos, für das Ott­mar Frim­mel bei den Kom­mu­nen wirbt. Es sieht vor, dass Städ­te und Ge­mein­den be­reits jetzt frei­wil­lig Ge­bie­te als Aus­gleichs­flä­chen aus­wei­sen. Nach Mög­lich­keit soll­ten die­se Ge­bie­te zu­sam­men­hän­gen, um da­mit grö­ße­re und hoch­wer­ti­ge­re Bio­top­ver­bün­de zu schaf­fen. In der Aus­gleichs­wäh­rung ist das auch ei­ne Art An­la­ge­mög­lich­keit mit gu­ter Ver­zin­sung. Denn die­se Ge­bie­te ge­win­nen öko­lo­gisch an Wert und kön­nen so­mit als Kom­pen­sa­ti­on für spä­te­re Bau­pro­jek­te her­ge­nom­men wer­den. Viel­leicht ist das ein Weg, wie Mensch und Na­tur ih­re Ko­exis­tenz ein biss­chen in Ein­klang brin­gen kön­nen.

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