Ma­ni­pu­la­ti­on von Mas­sen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zu „Was mit den Da­ten der Mons­ter­jä­ger pas­siert“(Wirt­schaft) vom 22. Au­gust: Dass die Da­ten al­ler On­line-Nut­zer und im be­son­de­ren Ma­ße die der Po­ké­mon-Go-Spie­ler gna­den­los ver­mark­tet wer­den, ist wirk­lich nichts Neu­es. Lei­der liegt die enor­me Wert­schöp­fung, die man aus der Ana­ly­se und Ver­wer­tung die­ser Da­ten er­zie­len kann, au­ßer­halb der Vor­stel­lungs­kraft der meis­ten Nut­zer und Spie­ler. Be­son­ders tra­gisch ist die Tat­sa­che, dass die Men­schen, die so sorg­los mit ih­ren Da­ten um­ge­hen, Kin­der und En­kel de­rer sind, die noch 1987 ve­he­ment ge­gen die da­ma­li­ge Volks­zäh­lung pro­tes­tiert ha­ben. Aber die Da­ten­sam­mel­wut ist nicht das größ­te Pro­blem von Po­ké­mon Go. Das Spiel ist bis­lang der größ­te, glo­bal an­ge­leg­te Feld­ver­such zur Ma­ni­pu­la­ti­on von Mas­sen. Es ist ge­lun­gen, ge­zielt Grup­pen von Men­schen zu be­stimm­ten Or­ten zu di­ri­gie­ren und sie dort be­stimm­te Auf­ga­ben er­le­di­gen las­sen. In der ers­ten Pha­se ist es noch „nur“die Lie­fe­rung der Bil­der von den Or­ten. Den wirk­li­chen Rei­bach wer­den die­se Fir­men dann ma­chen, wenn sie in der La­ge sind, die Mas­sen zu we­sent­lich kom­ple­xe­ren Hand­lun­gen zu ani­mie­ren. Man kann aber jetzt schon ei­ni­ge Sci­ence-Fic­tion- und dys­to­pi­sche Ro­ma­ne in die Re­ga­le mit Sach­li­te­ra­tur stel­len. Vla­di­mir Vy­ci­ch­lo, Kauf­beu­ren

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.