In Wür­de ver­ber­gen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zum Leit­ar­ti­kel „Ein Bur­ka-Ver­bot si­gna­li­siert: Es gel­ten die Re­geln die­ses Lan­des“von Wal­ter Rol­ler vom 23.8.: Wir be­zeich­nen uns als kul­ti­vier­tes Volk und wol­len jetzt – per Ge­setz – frem­den Frau­en die Klei­der vom Leib rei­ßen. Ei­ner Frau ein Klei­dungs­stück mit Ge­walt zu neh­men, ist im­mer ei­ne Er­nied­ri­gung, egal ob es – wie in Köln – der Slip ei­ner jun­gen Da­me ist, oder ob es sich um den Schlei­er ei­ner Non­ne oder um die Bur­ka ei­ner Frau han­delt. Wir soll­ten auch in Er­wä­gung zie­hen, dass ei­ne Bur­katrä­ge­rin sich un­ter die­ser Hül­le nicht in west­li­che Klei­dung zwingt, die sie wahr­schein­lich auch nicht be­sitzt, son­dern den Um­stand, nicht ge­se­hen zu wer­den, für ei­ne an­de­re Art von Frei­heit nutzt. Aber auch die Ver­ber­gung des Ge­sichts kann sehr wohl zur Wür­de der Frau bei­tra­gen, schließ­lich kom­men sie aus Ge­bie­ten, in de­nen Krieg und Ter­ror herrscht und es wohl kaum Schön­heits­chir­ur­gen gibt.

Dies al­les gilt na­tür­lich nur, wenn die Frau es frei­wil­lig macht. Aber wenn der Mann sie da­zu zwingt, dann ge­hört der Mann be­straft und nicht die Frau. Jo­sef Völk jun., Dil­lis­hau­sen

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