Ur­laub im Wohn­wa­gen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wissen -

Es ist die Zeit der Wohn­wä­gen. Wer in die­sen Som­mer­wo­chen auf ei­ner Au­to­bahn fährt, wird das be­ob­ach­ten kön­nen. Zwi­schen den Last­wä­gen auf der rech­ten Spur rei­hen sich die Wohn­wä­gen und -mo­bi­le ein. Manch­mal über­ho­len sie die LKWs und hal­ten die PKWs auf. So sind sie nicht zu über­se­hen.

Wenn Sie schon ein­mal ei­nen Wohn­wa­gen von in­nen ge­se­hen ha­ben, wis­sen Sie, wie ge­schickt sie ein­ge­rich­tet sind. Bett, Schrän­ke, Tisch, Bank und so­gar ei­ne Kü­che, al­les ist vor­han­den, was in ei­ner Woh­nung wich­tig ist. Auf engs­tem Raum, oft ein wah­res „Raum­wun­der“.

Sei­nen Ur­laub in ei­nem Wohn­wa­gen zu ver­brin­gen, zeigt uns, wie we­ni­ge Din­ge und wie we­nig Raum uns ei­gent­lich ge­nü­gen. Auch bei an­de­ren For­men des Ur­laubs kön­nen wir die­se Er­fah­rung ge­win­nen. Im Zelt, in ei­ner klei­nen Fe­ri­en­woh­nung, beim Wan­dern oder Pil­gern mit ei­nem Ruck­sack er­le­ben wir, wie be­frei­end die Re­du­zie­rung auf ei­ni­ge we­ni­ge Ge­gen­stän­de sein kann. Je­sus hat ein­mal auf die Vö­gel ge­wie­sen. Sie sä­hen nicht, sie ern­ten nicht, und sie ha­ben doch ge­nug zum Le­ben. Die­ses Bei­spiel der Vö­gel kann uns Zu­ver­sicht schen­ken. Wir müs­sen nicht für al­le Even­tua­li­tä­ten vor­sor­gen, wir müs­sen nicht noch im­mer mehr an­häu­fen. Gott sorgt für uns. Das, was für un­ser Le­ben wirk­lich wich­tig ist, das schenkt er uns.

Bei al­ler Freu­de im Ur­laub ist es doch auch im­mer wie­der schön, nach Hau­se zu kom­men. Man­ches neh­me ich wie­der deut­li­cher wahr nach der Zeit des Ab­stan­des. Auch wenn ich vie­les in der Zeit im Wohn­wa­gen, im Ho­tel oder der Hüt­te gut ent­beh­ren konn­te, freue ich mich, dass ich zu Hau­se mehr Platz ha­be, dass ich Ge­gen­stän­de ha­be, die mir nütz­lich sind, oder die in mir Er­in­ne­run­gen we­cken. Und ich darf mich dar­an freu­en!

Aber viel­leicht ver­bun­den mit dem ge­schärf­ten Blick: Ich brau­che nicht noch mehr. Ich ha­be doch ge­nug. Ich bin be­schenkt.

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