Der rich­ti­ge Va­ter

Ka­bi­nett be­schließt Aus­kunfts­pflicht für Müt­ter von „Ku­ckucks­kin­dern“

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik -

Ber­lin Bei Zwei­feln an der Va­ter­schaft sol­len Müt­ter künf­tig zur Aus­kunft über den leib­li­chen Va­ter ih­res Ku­ckucks­kin­des ver­pflich­tet wer­den. Das Bun­des­ka­bi­nett ver­ab­schie­de­te ei­nen ent­spre­chen­den Ge­setz­ent­wurf von Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD). Da­mit soll die Rück­for­de­rung von Un­ter­halts­kos­ten durch den so­ge­nann­ten Schein­va­ter er­leich­tert wer­den.

Maas sag­te, mit dem Ge­setz sol­le ein „an­ge­mes­se­ner In­ter­es­sen­aus­gleich“zwi­schen dem Schein­va­ter, dem bio­lo­gi­schen Va­ter und der Mut­ter ge­schaf­fen wer­den. Hat der Schein­va­ter ei­nen An­spruch auf Re­gress, kann er die­sen al­ler­dings höchs­tens für die letz­ten bei­den Jah­re gel­tend ma­chen. Es wä­re un­an­ge­mes­sen, ein Fa­mi­li­en­le­ben über vie­le Jah­re fi­nan­zi­ell rück­ab­zu­wi­ckeln, be­ton­te Maas.

Al­ler­dings gilt die Aus­kunfts­pflicht der Mut­ter nicht, wenn „schwer­wie­gen­de Grün­de“da­ge­gen spre­chen. Ob in Aus­nah­me­fäl­len das Per­sön­lich­keits­recht der Mut­ter in be­son­de­rem Ma­ße ver­letzt wür­de, muss je­weils vor Ge­richt ge­klärt wer­den.

Das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um re­agiert mit der Re­ge­lung auf ein Ur­teil des Bun­des­ge­richts­hofs aus dem Jahr 2011 und ei­nen dar­auf be­zo­ge­nen Spruch des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Mit dem Ent­wurf wer­de im Kern nur die Rechts­la­ge wie­der­her­ge­stellt, die bis zur Ent­schei­dung des Ver­fas­sungs­ge­richts vom 24. Fe­bru­ar 2015 galt, sag­te die rechts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Uni­ons­frak­ti­on, Eli­sa­beth Win­kel­mei­erBe­cker. Der ge­setz­li­che Aus­kunfts­an­spruch dür­fe in ei­ner Tren­nungs­si­tua­ti­on nicht da­zu miss­braucht wer­den, die Mut­ter dar­über hin­aus aus­zu­for­schen. Es ge­he nicht dar­um, „schmut­zi­ge Wä­sche zu wa­schen“.

Die Grü­nen kri­ti­sier­ten das Vor­ha­ben. Die Re­gie­rung wol­le da­mit zu stark in die Per­sön­lich­keits­rech­te ein­grei­fen, sag­te Par­tei­che­fin Si­mo­ne Pe­ter und for­der­te ei­nen neu­en An­lauf für das Ge­setz. (dpa)

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