Ein Ar­muts­zeug­nis

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zu „Flücht­lin­ge brin­gen die Kin­der­ehe nach Bay­ern“(Po­li­tik) vom 31. Au­gust: Nach fast 40 Jah­ren mei­ner Be­rufs­tä­tig­keit als Leh­rer weiß ich, wann ich von ei­nem Kin­de re­de und wann von ei­nem Er­wach­se­nen. Kein Kind ist mit 14 Jah­ren er­wach­sen und schon gar nicht hei­rats­fä­hig. Das deut­sche Ge­setz gibt kla­re Vor­ga­ben, wann ge­hei­ra­tet wer­den darf. Die Be­stim­mun­gen dür­fen nicht ein­mal so und ein­mal an­ders aus­ge­legt wer­den. Da­ran müs­sen sich vor al­lem die Ge­rich­te hal­ten. Das Bam­ber­ger Kin­der­ehe-Ur­teil ist ein Ar­muts­zeug­nis für die­je­ni­gen, die die­se Ent­schei­dung ge­trof­fen ha­ben.

Es geht nicht, dass Ge­set­ze des Hei­mat­lan­des Vor­rang vor den deut­schen ha­ben. Jun­ge Kri­mi­nel­le wer­den in Deutsch­land noch mit 20 Jah­ren als Ju­gend­li­che ver­ur­teilt, was deut­lich ge­rin­ge­re Stra­fen zur Fol­ge hat, als es bei den Er­wach­se­nen der Fall wä­re. Um­so we­ni­ger darf es ge­sche­hen, dass sie mit 14 oder 15 ei­ne Fa­mi­lie grün­den und ih­re Kin­der er­zie­hen. Mi­lan Ale­sik, Rain

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