Pud­ding im Pub: herz­haft

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zu „Das Feuer, das Lon­don zer­stör­te“(Pan­ora­ma) vom 2. Sep­tem­ber: Den Pud­ding als sü­ßen Nach­tisch gibt es in der Tat auch in Groß­bri­tan­ni­en, et­wa zur Weih­nachts­zeit als ei­nen Ku­chen mit Tro­cken­obst. Be­stellt man al­ler­dings Pud­ding in ei­nem bri­ti­schen Pub – das Ox­ford Eng­lish Dic­tio­na­ry be­stä­tigt dies –, er­hält man eher et­was Herz­haf­te­res, et­wa den Steak and Kid­ney Pud­ding, ein im Teig­man­tel um­schlos­se­nes Fleisch­ge­richt, oder auch den York­shire Pud­ding, ei­ne ge­ba­cke­ne Teig­bei­la­ge zum Ro­ast Beef. Der Na­me der en­gen und zur Them­se ab­fal­len­den Pud­ding La­ne geht je­doch auf die dort ehe­mals an­ge­sie­del­ten Fleisch­märk­te und Metz­ge­rei­en zu­rück, wel­che die tie­ri­schen Ein­ge­wei­de – die ur­sprüng­li­che Be­deu­tung von ,Pud­ding‘ – mit an­de­ren Ab­fäl­len auf die Stra­ße leer­ten, die dann in die Them­se ge­spült wur­den, so be­schrie­ben in John Stows Sur­vey of Lon­don (1598). Dr. Mar­kus Schiegg, Ober­meit­in­gen

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