Mehr Wohl­stand, mehr Sor­gen?

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite - VON MICHAEL STIFTER msti@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Wie geht es Ih­nen? Auf die­se Fra­ge sagt der Deut­sche ger­ne et­was wie: Passt schon. Oder: Muss ja ge­hen. Wir sind kein Volk von Op­ti­mis­ten. Da­bei geht es uns, ra­tio­nal be­trach­tet, ziem­lich gut. Und wenn die Deut­schen über ihr Le­ben nach­den­ken, sind die meis­ten auch zu­frie­den. Noch. Denn, so pa­ra­dox es klingt: In Wohl­stand und Glück steckt der Keim, aus dem Ängs­te er­wach­sen – ge­ra­de in je­ner Ge­ne­ra­ti­on, die in der Mit­te des Le­bens steht. Da ist die Angst, et­was zu ver­lie­ren. Die Angst, ab­ge­hängt, ver­drängt zu wer­den. Die Angst vor Ge­walt, vor der Zu­kunft.

Gro­ße Sor­gen ma­chen sich die Deut­schen über Flücht­lings­kri­se und Ter­ror­ge­fahr. Klar, denn dar­auf hat die Po­li­tik bis­lang kei­ne be­ru­hi­gen­den Ant­wor­ten ge­fun­den. Und nicht nur po­pu­lis­ti­sche Stim­mungs­ma­cher ver­schär­fen die La­ge, son­dern auch Ver­harm­lo­ser, die den Leu­ten das un­gu­te Ge­fühl ge­ben, al­lein­ge­las­sen zu wer­den.

Da­ge­gen gibt es nur ein Mit­tel: In der po­li­ti­schen De­bat­te muss es end­lich wie­der um Pro­blem­lö­sun­gen ge­hen und nicht nur dar­um, wer wann wel­chen Feh­ler ge­macht hat und wer woran schuld ist.

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