Mehr Geld, mehr Per­so­nal, mehr Tech­nik

Wie die Re­gie­rung Bun­des­nach­rich­ten­dienst und Ver­fas­sungs­schutz im Kampf ge­gen Ter­ro­ris­ten stär­ken will

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik - VON MAR­TIN FER­BER

Ber­lin Pro­zent auf 307 Mil­lio­nen Eu­ro stei­gen, der Aus­lands­ge­heim­dienst BND plant Aus­ga­ben von 808 Mil­lio­nen Eu­ro, das wä­re ein Plus von zwölf Pro­zent im Ver­gleich zu die­sem Jahr.

Nach den be­kannt ge­wor­de­nen Plä­nen wol­len bei­de Di­ens­te mas­siv in den Aus­bau ih­rer tech­ni­schen Aus­rüs­tung in­ves­tie­ren. Der BND plant, rund 73 Mil­lio­nen Eu­ro in lang­fris­ti­ge Pro­jek­te zur Über­wa­chung von Kom­mu­ni­ka­ti­on im In­ter­net zu ste­cken. So flie­ßen 21,25 Mil­lio­nen Eu­ro in das Pro­jekt „Pa­nos“, mit dem der Ge­heim­dienst Soft­warefeh­ler und Lü­cken in Mes­sen­ger-Apps und an­de­ren Di­ens­ten wie zum Bei­spiel WhatsApp auf­spürt, um die ver­sen­de­ten Bot­schaf­ten und Nach­rich­ten ent­schlüs­seln zu kön­nen. Nach ei­ge­nen An­ga­ben kann der BND „von ak­tu­ell weit über 70 ver­füg­ba­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­ten mit ent­spre­chen­der Ver­brei­tung nur we­ni­ger als zehn er­fas­sen und in­halt­lich er­schlie­ßen“. Wei­te­re 1,6 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len in ein Pro­jekt flie­ßen, mit dem der BND ab­ge­fan­ge­ne Chats, Face­book-Posts oder über Mes­sen­gerdi­ens­te ver­sand­te In­for­ma­tio­nen sor­tie­ren, fil­tern und ver­ar­bei­ten kann. In der Ver­gan­gen­heit war be­kannt ge­wor­den, dass is­la­mis­ti­sche Ter­ro­ris­ten In­for­ma­tio­nen über ge­plan­te An­schlä­ge über der­ar­ti­ge Di­ens­te aus­ge­tauscht hat­ten, so zum Bei­spiel beim An­schlag auf den Pa­ri­ser Nacht­klub „Bat­a­clan“.

Das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz wie­der­um, das auch für die Be­kämp­fung der Spio­na­ge­tä­tig­keit aus­län­di­scher Staa­ten auf deut­schem Bo­den zu­stän­dig ist, will sei­nen Kampf ge­gen Ha­cker­an­grif­fe aus dem Aus­land ver­stär­ken. Nach­dem die Köl­ner Be­hör­de, die rund 2900 Be­diens­te­te hat, be­reits in die­sem Jahr 470 neue Plan­stel­len er­hielt, sol­len im kom­men­den Jahr noch ein­mal wei­te­re 100 neue Mit­ar­bei­ter da­zu­kom­men. Knapp 30 da­von sind für die „Cy­ber­ab­wehr“vor­ge­se­hen.

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