81 und nach wie vor gut drauf

Mittelschwaebische Nachrichten - - Feuilleton -

Ge­or­ge Co­le­man als „Mas­ter“zu be­zeich­nen, das ge­bie­tet schon der Re­spekt vor der be­deu­ten­den Rol­le, die er bei der Eman­zi­pa­ti­on des Te­nor­sa­xo­fons im mo­der­nen Jazz spiel­te. Nach län­ge­rer Pau­se legt er nun ein neu­es Al­bum vor. Es prä­sen­tiert ei­nen quick­le­ben­di­gen 81Jäh­ri­gen, der mit sei­nem ver­hauch­ten Ton zwi­schen ed­ler No­bles­se und kon­trol­lier­ter Ex­pres­si­vi­tät für ei­ne Zeit steht, in der im Jazz tat­säch­lich man­ches bes­ser war. Für vie­le mö­gen die neun Ta­kes mit Pia­nist Mi­ke LeDon­ne, Bas­sist Bob Crans­haw, Soh­ne­mann Ge­or­ge Co­le­man jr. (Drums) und Pe­ter Bern­stein (Gi­tar­re) das sein, was man ger­ne lä­chelnd als „Jaz­zJazz“ab­tut: Mu­sik, die swingt, bopt und den Fuß wip­pen lässt – ein biss­chen an­ti­quiert halt. Aber ge­ra­de die­ser Sa­xo­fo­nist steht für ei­ne ver­ges­se­ne Spiel­kul­tur, ei­ne Of­fen­heit und ei­ne Hal­tung, die den meis­ten sei­nes Fa­ches heu­te gut zu Ge­sicht ste­hen wür­de. (rk-) **** *

Ge­or­ge Co­le­man: A Mas­ter Speaks (Smo­ke Ses­si­ons/HM)

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