Das En­de der Leicht­fer­tig­keit

Die Ichen­hau­ser ha­ben ein gra­vie­ren­des Ab­schluss-Pro­blem. Wel­che Stil­mit­tel sie nun an­wen­den kön­nen, um ih­ren Angst­geg­ner end­lich mal zu be­zwin­gen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Sport Aus Der Region - VON JAN KUBICA

Ichen­hau­sen Wenn die Kö­nigs­blau­en ei­nen Angst­geg­ner ha­ben, dann ist es die­ser. In vier Lan­des­li­ga-Be­geg­nun­gen mit dem SV Egg/Günz ha­ben die Fuß­bal­ler des SC Ichen­hau­sen ein mick­ri­ges Pünkt­chen ge­holt. Zu Hau­se gab’s in zwei Par­ti­en kei­nen Tref­fer und auch kei­nen Zäh­ler. Höchs­te Zeit al­so, die­se er­nüch­tern­de Bi­lanz zu po­lie­ren. Vor dem Heim­spiel am Sonn­tag (An­stoß im Hin­den­burg­park ist um 15 Uhr) stellt sich nur die Preis­fra­ge: Wie?

Dass die Ichen­hau­ser in die­ser Sai­son bei al­ler spie­le­ri­schen Qua­li­tät Mög­lich­kei­ten oh­ne En­de ver­schmä­hen, hat in­zwi­schen Sys­tem und steckt mit Si­cher­heit auch in den Köp­fen der Spie­ler. Elf er­ziel­te Tref­fer in neun Par­ti­en – das ist, für ge­nom­men, die Aus­beu­te ei­nes Ab­stiegs­kan­di­da­ten. Grund ge­nug für Trai­ner Oli­ver Schmid, die Din­ge nicht schön­zu­fär­ben. „Fuß­ball ist ein Er­geb­nis­sport. Die Re­sul­ta­te fehl­ten zu­letzt, weil wir die Punk­te teils leicht­fer­tig nicht ge­macht ha­ben“, sagt er und mahnt mit die­sen Wor­ten zu er­höh­ter Kon­zen­tra­ti­on.

Gut, dass we­nigs­tens die kö­nigs­blaue Wand steht. Wie in je­der Spiel­zeit seit dem Auf­stieg in die Lan­des­li­ga kann sich der SCI auch dies­mal auf sei­ne Hin­ter­mann­schaft ver­las­sen. Aber das funk­tio­niert nur, weil Schmid die Ab­wehr nie zu­guns­ten ei­ner Tak­tik des of­fe­nen Vi­siers ent­blößt. Nach den jüngs­ten Auf­trit­ten der Sei­nen räumt er jetzt zwar ein, dass er Über­le­gun­gen in ge­nau die­se Rich­tung an­stellt, ab­ge­schlos­sen ist die­ser Pro­zess der Mei- nungs­bil­dung aber nicht, denn der SCI-Coach steckt in ei­nem Di­lem­ma. In sei­nen Wor­ten: „Das Ri­si­ko kann man er­hö­hen, aber gleich­zei­tig ver­liert man na­tür­lich die sta­bi­len Struk­tu­ren.“

Un­s­trit­tig ist, dass auf bei­den Mann­schaf­ten Druck las­tet. Da­von, dass sie „ge­fühlt“zu stark für hin­te­re Ta­bel­len­po­si­tio­nen sind, kön­nen sich we­der Ichen­hau­ser noch Eg­ger et­was kau­fen. Tat­sa­che ist näm­lich, dass bei­de Teams in der Li­ga seit vier Spiel­ta­gen oh­ne drei­fa­chen Punkt­ge­winn sind und im Fal­le ei­ner wei­te­ren Schlap­pe, wenn’s ganz dumm läuft, an den Rand der Ab­stiegs­zo­ne rut­schen.

Zur Fuß­ball­di­plo­ma­tie in sol­chen Fäl­len zählt, die men­ta­le Be­las­tung und die Fa­vo­ri­ten­bür­de ver­bal hin­und her­zu­schie­ben. We­nig über­ra­sich schend ist da­her, dass SVE-Trai­ner Karl­heinz Scha­bel öf­fent­lich vor al­lem dar­über sin­niert, dass er die Kö­nigs­blau­en in der Ta­bel­le viel wei­ter vor­ne er­war­tet hät­te. „Die ha­ben ei­gent­lich ei­nen kom­pak­ten Ka­der mit un­glaub­li­cher Qua­li­tät“, sagt er und klam­mert da­bei na­tür­lich aus, dass der SC Ichen­hau­sen ei­ni­ge Ab­sen­zen be­kla­gen könn­te. So fehlt vor al­lem der lang­zeit­ver­letz­te Ka­pi­tän Do­mi­nik Fa­bin­ger als Ide­en­ge­ber im zen­tra­len Mit­tel­feld.

Aber Jam­mern zählt nicht zu Schmids aus­ge­präg­ten Ei­gen­schaf­ten. Er be­tont viel­mehr un­ver­dros­sen, dass sein der­zei­ti­ger Ka­der grund­sätz­lich auf Au­gen­hö­he mit je­dem Kon­tra­hen­ten in der Lan­des­li­ga sein kann. Wenn nur end­lich mal die Sa­che mit dem To­re­schie­ßen klap­pen wür­de ...

Fo­to: Ernst May­er

Auch im jüngs­ten Heim­spiel ge­gen Ol­ching ver­geig­ten die Ichen­hau­ser ein paar di­cke Din­ger und ver­lo­ren die Punk­te. Mit ent­spre­chen­der Mie­ne ver­lässt Trai­ner Oli­ver Schmid das Feld. Ob sein Team am Sonn­tag et­was mehr ris­kiert, al­so of­fen­si­ver auf­tre­ten wird, hat er noch nicht ent­schie­den.

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