We­nig hilf­reich

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik - VON DET­LEF DREWES dre@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Es hilft der EU we­nig, wenn die Ver­tre­ter der Mit­glied­staa­ten jetzt aus­fäl­lig wer­den und auf­ein­an­der los­ge­hen. Na­tür­lich hat der lu­xem­bur­gi­sche Au­ßen­amts­chef Je­an As­sel­born recht, wenn er der un­ga­ri­schen Füh­rung vor­wirft, sich mit ih­rer Ab­schot­tungs­po­li­tik längst au­ßer­halb des Rah­mens zu be­we­gen, den die Wer­te-Ge­mein­schaft im Um­gang mit Asyl­be­wer­bern zei­gen darf. Aber auch wenn sei­ne schar­fen Wor­te nur als Weck­ruf ge­dacht wa­ren, schießt er übers Ziel hin­aus. Mehr noch:

Es gibt auch in Brüssel ei­ne Art Wett­be­werb, den mög­li­chen Un­ter­gang der EU mit mög­lichst dras­ti­schen Wor­ten zu be­schrei­ben und sich da­bei ge­gen­sei­tig zu über­tref­fen. Das mag in der Analyse al­les rich­tig sein, be­dient aber letzt­lich genau die Fal­schen: näm­lich je­ne Skep­ti­ker und Geg­ner des eu­ro­päi­schen Pro­jek­tes, die un­ter Be­ru­fung auf pro­mi­nen­te Zeu­gen erst recht ih­re Po­le­mik ge­gen Eu­ro­pa fort­set­zen kön­nen. Was As­sel­born ge­sagt hat, wird nie­man­den mehr freu­en als die fran­zö­si­sche Rechts­po­pu­lis­tin Ma­ri­ne Le Pen oder ihr nie­der­län­di­sches Pen­dant Geert Wil­ders. In­so­fern hat der Au­ßen­mi­nis­ter der Sa­che we­ni­ger ge­dient als der Auf­merk­sam­keit an sei­ner ei­ge­nen Per­son.

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