An­ni­kas selt­sa­me Cli­que

Au­ßer­ge­wöhn­li­cher Fe­ri­en­ro­man

Mittelschwaebische Nachrichten - - Feuilleton -

An­ni­ka ist ei­ne no­to­ri­sche Lüg­ne­rin, die Wahr­heit ist ihr viel zu lang­wei­lig. Ih­re Freun­de hö­ren schon gar nicht mehr hin, wenn sie wie­der Ge­schich­ten er­zählt wie die­se: „Mei­ne Mut­ter hat mei­nen Bru­der auf dem Kü­chen­fuß­bo­den zur Welt ge­bracht.“Dies­mal ist es aber wahr, und das dra­ma­ti­sche Fa­mi­li­ener­eig­nis bringt An­ni­kas gan­ze Fe­ri­en­pla­nung durch­ein­an­der. Der Ur­laub in Små­land fällt flach, weil die El­tern zum Früh­chen ins Kran­ken­haus müs­sen. Wü­tend und hilf­los ist die Zwölf­jäh­ri­ge. Sie will den klei­nen „Erd­nuss­flip mit Schläu­chen“gar nicht se­hen. Da kommt die selt­sa­me Cli­que, die sie beim Her­um­streu­nern trifft, ge­ra­de recht. Mit Ka­ja, Blatt, Keks, Tob­be und dem Fin­nen spielt sie „Wahr­heit oder Pflicht“: Wer nichts über sich er­zählt, und das will kei­ner, muss ei­ne Auf­ga­be er­fül­len, die es in sich hat.

Cil­la Ja­ckerts „Wenn man selbst dran glaubt, ist es nicht ge­lo­gen“ist ein au­ßer­ge­wöhn­li­cher Fe­ri­en­ro­man – un­ter­halt­sam mit Witz und Span­nung ge­schrie­ben, aber auch mit fei­nem Ge­spür für die Tra­gik, die in die­ser Ge­schich­te und ih­ren sprö­den Fi­gu­ren im­mer mit­schwingt. Un­auf­dring­lich er­zählt sie da­von, dass Sor­gen bes­ser zu er­tra­gen sind, wenn man sie mit je­man­dem tei­len kann. (m-b)

Cil­la Ja­ckert: Wenn man selbst dran glaubt, ist es nicht ge­lo­gen. Aus d. Schwed. von Mai­ke Dör­ries, Fi­scher, 208 S., 11,99 ¤ – ab 11 J.

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