Was wur­de aus dem Ozon­loch?

Um­welt Nach drei Jahr­zehn­ten fei­ern For­scher Er­folg der UN-Po­li­tik

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite -

Pots­dam Mit­te der acht­zi­ger Jah­re mach­te sich Alarm­stim­mung un­ter Wis­sen­schaft­lern und Um­welt­schüt­zern breit. Von Jahr zu Jahr san­ken nach der mo­na­te­lan­gen, son­nen­lo­sen Po­lar­nacht über dem Süd­pol die Ozon-Wer­te im­mer stär­ker. Schnell däm­mer­te den For­schern, dass sie es mit ei­ner ge­fähr­li­chen Ent­wick­lung zu tun hat­ten. Denn Ozon hat zwei Ge­sich­ter.

Am Bo­den spricht man von Som­mer­smog, wenn sich das Gas aus Luft­schad­stof­fen ver­bin­det und die Ge­sund­heit von Men­schen und Tie­ren ge­fähr­det. Wei­ter oben da­ge­gen, in der Erd­at­mo­sphä­re, schützt die Ozon­schicht das ge­sam­te Le­ben auf der Er­de vor der zell­schä­di­gen­den Wir­kung der ul­tra­vio­let­ten UV-B-Strah­lung.

Lang ahn­te nie­mand, dass die un­ter an­de­rem als Kühl­mit­tel in Kühl­schrän­ken ein­ge­setz­ten Flu­or­chlor­koh­len­was­ser­stof­fe in zehn bis 25 Ki­lo­me­tern Hö­he die dün­ne Ozon­schicht zer­setzt und da­mit das Ozon­loch aus­ge­löst ha­ben. Die Po­li­tik han­del­te welt­weit mit weit­rei­chen­den FCKW-Ver­bo­ten. „Es ist ei­ne bei­spiel­lo­se Er­folgs­ge­schich­te“, sagt heu­te der Wis­sen­schaft­ler Mar­kus Rex vom Al­f­red-We­ge­ner-In­sti­tut für Po­lar-For­schung. Das ge­mein­sa­me Han­deln der Ver­ein­ten Na­tio­nen ha­be das Pro­blem in den Griff be­kom­men. Die UN schät­zen, dass jähr­lich cir­ca zwei Mil­lio­nen Fäl­le von Haut­krebs ver­hin­dert wer­den. Doch bis sich die Ozon­schicht voll­stän­dig er­holt hat, wird es noch min­des­tens drei Jahr­zehn­te dau­ern. (dpa)

Fo­to: dpa

Die Na­sa-Gra­fik zeigt, das Ozon­loch (links im Jahr 2006) ist ei­ni­ge Jah­re spä­ter (rechts) deut­lich zu­rück­ge­gan­gen und die Ozon­schicht über der Ark­tis wird wie­der dich­ter.

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