Cl­in­ton ist die gro­ße Ent­täu­schung

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik - VON SI­MON KAMINSKI ska@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Na­tür­lich ha­ben Wäh­ler ein ver­ständ­li­ches In­ter­es­se dar­an, dass sie ih­re Stim­me nicht ei­nem Kan­di­da­ten ge­ben, des­sen Ge­sund­heit un­rett­bar zer­rüt­tet ist. Doch dass sich die Wahl­kampf­teams der Kon­tra­hen­ten jetzt ih­re ärzt­li­chen Bul­le­tins öf­fent­lich um die Oh­ren schla­gen, ist ge­nau­so pein­lich wie das Du­ell um das Wei­ße Haus selbst: Auf der ei­nen Sei­te Do­nald Trump, des­sen Kam­pa­gne auf kal­ku­lier­ten Dif­fa­mie­run- gen und Halb­wahr­hei­ten ba­siert. Auf der an­de­ren Sei­te Hil­la­ry Cl­in­ton, die al­les da­für zu tun scheint, dass ihr Kon­tra­hent mit die­ser Ma­sche durch­kommt.

Ja, es ist lei­der so, die ei­gent­li­che Ent­täu­schung des Wahl­kampfs ist die frü­he­re Au­ßen­mi­nis­te­rin. Dass die 68-Jäh­ri­ge in ih­rer Amts­zeit dienst­li­che Mails wie Lie­schen Mül­ler von ih­rem ei­ge­nen PC in die Welt sen­det, ist schon be­fremd­lich. De­sas­trös ist, dass sie die­ses Fehl- ver­hal­ten scheib­chen­wei­se ein­ge­steht. Nach dem­sel­ben Mus­ter ist sie mit ih­rer – nach al­lem, was man weiß – leicht be­herrsch­ba­ren Er­kran­kung um­ge­gan­gen.

Es bleibt das Bild ei­ner Po­li­ti­ke­rin, die erst die Wahr­heit sagt, wenn es nicht mehr an­ders geht. Und es bleibt die Angst, dass die­se Schwä­che da­zu füh­ren könn­te, dass das mäch­tigs­te Land der Er­de schon bald von ei­nem un­be­re­chen­ba­ren Igno­ran­ten re­giert wird.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.