Auf­ruhr im Mi­nis­te­ri­um

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft - VON ULI BACHMEIER jub@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Be­hör­den­ver­la­ge­rung

Die baye­ri­sche Mi­nis­te­ri­al­bü­ro­kra­tie ist nicht für ih­re Lust an der Re­vol­te be­kannt. Das liegt zum ei­nen dar­an, dass es den Be­am­ten und An­ge­stell­ten im Frei­staat ver­gleichs­wei­se gut geht. Zum an­de­ren ist es der Kar­rie­re in al­ler Re­gel nicht för­der­lich, wenn man sich zu laut­stark und wuch­tig für Ar­beit­neh­mer­rech­te ein­setzt.

Im Streit um die Ver­la­ge­rung des baye­ri­schen Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums von Mün­chen nach Nürn­berg hat es jetzt im­mer­hin für ei­nen Pro­test­brief des Per­so­nal­rats an den Land­tag ge­reicht. Die Mit­ar­bei­ter wol­len sich dem Dik­tat des Mi­nis­ter­prä­si­den­ten nicht beu­gen.

Wer die Ge­schich­te der Be­hör­den­ver­la­ge­run­gen in Bay­ern kennt, der weiß al­ler­dings, dass ih­re Chan­cen schlecht ste­hen. „Wer den Teich tro­cken­le­gen will, darf nicht die Frö­sche fra­gen.“So hat es der frü­he­re Staats­kanz­lei­chef Er­win Hu­ber for­mu­liert, als er die hef­tig kri­ti­sier­ten Re­for­men sei­nes da­ma­li­gen Chefs Ed­mund Stoi­ber in die Tat um­setz­te.

Stoi­bers Nach­fol­ger hat­ten da­nach ei­ni­ges Geld auf­zu­wen­den, um die Stim­mung un­ter den Staats­die­nern wie­der auf­zu­hel­len. So wird es wohl auch die­ses Mal lau­fen. Dass See­ho­fer sich um­stim­men lässt, ist un­wahr­schein­lich. »Le­sen Sie „Nürn­berg? Nein dan­ke!“

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