Car­ries Zu­mu­tun­gen

Sel­ten zu­vor wur­de im Fern­se­hen so of­fen über Sex ge­spro­chen wie in „Sex and the Ci­ty“. Ge­ra­de des­halb ist die Serie ein Welter­folg

Mittelschwaebische Nachrichten - - Medien - VON COR­NE­LIA WYSTRICHOWSKI

Or­gas­mus­schwie­rig­kei­ten oder Sex zu dritt: Sel­ten zu­vor war im Fern­se­hen der­art of­fen über ero­ti­sche The­men ge­spro­chen wor­den wie in der US-Serie „Sex and the Ci­ty“. Die Aben­teu­er von Car­rie Brad­shaw (Sarah Jes­si­ca Par­ker) und ih­ren New Yor­ker Freun­din­nen Mi­ran­da, Char­lot­te und Sa­man­tha sind bis heu­te Kult. Vor 15 Jah­ren, am 18. Sep­tem­ber 2001, wa­ren die vier erst­mals auch im deut­schen Fern­se­hen auf Pro Sie­ben zu se­hen.

Was nicht je­dem ge­fiel: Als der Pri­vat­sen­der die Serie 2006 im Vor­abend­pro­gramm wie­der­hol­te, mo­nier­te die da­ma­li­ge baye­ri­sche Fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Chris­ta Ste­wens, dass man jun­ge Zu­schau­er um die­se Zeit nicht mit der­ar­ti­gen „se­xu­el­len Zu­mu­tun­gen“kon­fron­tie­ren dür­fe.

Beim ame­ri­ka­ni­schen Pay-TVSen­der HBO war „Sex and the Ci­ty“be­reits 1998 ge­star­tet. Ein Mei­len­stein für das US-Fern­se­hen, denn da nur zah­len­de Kun­den HBO emp­fan­gen kön­nen, durf­ten die Se­ri­en­ma­cher oh­ne Angst vor der stren­gen Me­di­en­auf­sicht an­züg­li­che Zei­len wie „Frau­en sind für Freund­schaft da, Män­ner zum Vö­geln“un­ter­brin­gen. Ein Teil des Er­folgs: Die Serie wur­de mehr­fach aus­ge­zeich­net und in mehr als 200 Län­dern aus­ge­strahlt. US-Me­di­en zu­fol­ge kas­sier­te Haupt­dar­stel­le­rin Sarah Jes­si­ca Par­ker bis zu drei Mil­lio­nen Dol­lar pro Epi­so­de – und ei­ne An­ti-Nack­tKlau­sel in ih­rem Ver­trag sorg­te da­für, dass sie sich trotz der ex­pli­zi­ten The­ma­tik der Serie nie hül­len­los zei­gen muss­te.

In de­ren Mit­tel­punkt stand zwei­fels­oh­ne sie als Car­rie, Ko­lum­nis­tin ei­ner New Yor­ker Zei­tung, mit ei­ner schwie­ri­gen Be­zie­hung zu „Mr. Big“(Chris Noth). Car­ries Er­leb­nis­se ba­sier­ten auf dem Buch „Sex and the Ci­ty“der Klatsch­ko­lum­nis­tin Can­d­ace Bush­nell, die jah­re­lang in ei­ner Ko­lum­ne in der US-Wo­chen­zei­tung Ob­ser­ver über das merk­wür­di­ge Paa­rungs­ver­hal­ten in der Groß­stadt läs­ter­te. 2004 ging die Serie schließ­lich nach 94 Epi­so­den zu En­de, es folg­ten zwei eben­falls welt­weit er­folg­rei­che Ki­no­fil­me.

Fo­to: dpa

US-Schau­spie­le­rin Sarah Jes­si­ca Par­ker ali­as Car­rie Brad­shaw.

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