Der Ver­dacht ist vom Tisch

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft - VON ULI BACHMEIER jub@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Schott­dorf-Aus­schuss

Der Ver­dacht ist ein schar­fes Schwert, das nicht sel­ten auch Un­schul­di­gen Wun­den zu­fügt. Je­man­den öf­fent­lich un­ter Ver­dacht zu neh­men, ist aber, wenn es um mög­li­che po­li­ti­sche Ein­fluss­nah­me auf die Jus­tiz geht, manch­mal nö­tig oder so­gar un­ver­meid­lich.

So war es auch bei den höchst un­be­frie­di­gend ver­lau­fe­nen Be­trugs­er­mitt­lun­gen rund um das Augs­bur­ger Groß­la­bor Schott­dorf. In­di­zi­en gab es zu­hauf: Ei­ne Staats­an­walt­schaft er­mit­telt mit größ­tem Auf­wand, ei­ne an­de­re fängt erst gar nicht da­mit an. Ein Arzt wird verurteilt, ei­ne Viel­zahl an­de­rer Ärz­te kommt un­ge­scho­ren da­von. Und dann ge­ra­ten auch noch zwei Po­li­zis­ten, die sich in den kom­pli­zier­ten Fall ver­bis­sen hat­ten, ins Vi­sier der Jus­tiz – zu Un­recht, wie sich erst viel spä­ter her­aus­stell­te.

Es gab so­mit vie­le gu­te Grün­de, im Land­tag ei­nen Un­ter­su­chungs­aus­schuss ein­zu­rich­ten. Wenn sich aber nach 40 Sit­zungs­ta­gen und der Ver­neh­mung von 80 Zeu­gen her­aus­stellt, dass sich kei­ne Be­wei­se für ei­ne po­li­ti­sche Ein­fluss­nah­me fin­den las­sen, dann soll­ten die Auf­klä­rer ihr schärfs­tes Schwert wie­der weg­ste­cken. Zu kri­ti­sie­ren gibt es im­mer noch ge­nug. Der schlimms­te Ver­dacht aber ist vom Tisch. »Le­sen Sie da­zu „Vier Frak­tio­nen, drei Ur­tei­le, (k)ein Skan­dal“

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