Wird die Schutz­zo­ne ge­än­dert?

Wie die Staats­re­gie­rung das Lift­pro­jekt er­mög­li­chen will

Mittelschwaebische Nachrichten - - Bayern - VON MAR­KUS RAFFLER

Bal­der­schwang/Ober­maisel­stein Die Men­schen im Ober­all­gäu­er Bal­der­schwang ha­ben sich ein­deu­tig po­si­tio­niert: Beim Bür­ger­ent­scheid vor we­ni­gen Ta­gen ka­men die Be­für­wor­ter des Berg­bahn­pro­jekts am Ried­ber­ger Horn auf 85 Pro­zent, in Ober­maisel­stein vo­tier­ten 68,3 Pro­zent für das um­strit­te­ne Vor­ha­ben. Die von Mi­nis­ter­prä­si­dent See­ho­fer ein­ge­for­der­te „kla­re Wil­lens­be­kun­dung“vor Ort liegt al­so vor. Doch wie geht es nun wei­ter in dem ver­fah­re­nen Ver­fah­ren? Wie will die Staats­re­gie­rung den Weg eb­nen für ei­ne neue Seil­bahn samt Pis­te in ei­nem Na­tur­raum, der bis­her teil­wei­se für jeg­li­che Ein­grif­fe ta­bu war?

Schlüs­sel des Gan­zen ist laut Hei­mat­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der, die Al­pen­plan-Schutz­ka­te­go­rie C im be­trof­fe­nen Be­reich in die we­ni­ger stren­ge Ka­te­go­rie B ab­zu­stu­fen. Da­zu nö­tig ist ei­ne Än­de­rung des Lan­des­ent­wick­lungs­pro­gramms (LEP), das al­le Ent­wick­lun­gen in Bay­ern fest­legt. Bis­lang ran­giert der Be­reich für Seil­bahn (6,7 Hekt­ar) und Pis­te (2,15 Hekt­ar) in bei­den Schutz­ka­te­go­ri­en.

„Wir ge­ben jetzt Gas. Diese Än­de­rung wol­len wir noch 2017 auf den Weg brin­gen“, sagt Sö­ders Spre­che­rin Ti­na Dangl. Das Hei­mat­mi­nis­te­ri­um wer­de in den nächs­ten Wo­chen ei­nen Ent­wurf er­ar­bei­ten, der dann vom Mi­nis­ter­rat ge­bil­ligt wer­den muss. Die zu er­war­ten­de neu­er­li­che Ab­leh­nung des Lift­pro­jek­tes durch Um­welt­mi­nis­te­rin Ul­ri­ke Scharf blie­be da­bei oh­ne Wir­kung: „Ein­stim­mig­keit im Mi­nis­ter­rat ist nicht nö­tig“, sagt Dangl. Die so an­ge­sto­ße­ne LEP-Än­de­rung ist ein öf­fent­li­ches Ver­fah­ren, in dem ne­ben den Fach­mi­nis­te­ri­en auch Na­tur­schutz­ver­bän­de und an­de­re Trä­ger öf­fent­li­cher Be­lan­ge ein­ge­bun­den wer­den. „Und natürlich wer­den Kom­mu­nen und der Land­kreis ge­hört“, sagt Gott­fried May­rock vom Land­rats­amt Ober­all­gäu. Am En­de des Ver­fah­rens steht die Ab­stim­mung im Land­tag, die laut Sö­der „in je­dem Fall“noch 2017 er­fol­gen soll. Letz­te Hür­de für ei­ne neue Berg­bahn ist schließ­lich ein vom Land­rats­amt ge­neh­mig­ter Bau­an­trag. Der ein­zi­ge Weg, um LEP-Än­de­rung und Bau­ge­neh­mi­gung ju­ris­tisch aus­zu­he­beln, führt laut Andre­as Ka­en­ders vom Land­rats­amt über ei­ne Nor­men­kon­troll­kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt.

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