De­ko für 400 Eu­ro nicht be­zahlt

Ei­ne zwei­fa­che Mut­ter muss­te sich we­gen Be­trugs vor Ge­richt ver­ant­wor­ten

Mittelschwaebische Nachrichten - - Aus Der Heimat -

Günz­burg/Land­kreis Ob­wohl ei­ne 42-jäh­ri­ge Frau, ihr Mann und die bei­den Kin­der von ge­ra­de ein­mal 1000 Eu­ro Hartz IV und 390 Eu­ro Kin­der­geld im Mo­nat leb­ten, be­stell­te die Frau im Ok­to­ber 2015 in­ner­halb von vier Ta­gen gleich drei­mal Weih­nachts­de­ko bei der Fir­ma Deh­ner im In­ter­net – im Wert von im­mer­hin 400 Eu­ro.

Die Rech­nun­gen hat sie bis heu­te nicht be­zahlt, wes­we­gen sie nun vor dem Günz­bur­ger Amts­ge­richt stand. Die Wa­ren hat­te sie au­ßer­dem un­ter ei­nem fal­schen Na­men be­stellt. Der Nach­na­me war zwar kor­rekt, vor ih­ren Spitz­na­men, den sie als Vor­na­men ver­wen­de­te, setz­te sie aber noch ei­nen wei­te­ren Buch­sta­ben. Die Frau, die oh­ne Ver­tei­di­ger vor Ge­richt er­schie­nen war, sprach von ei­nem Tipp­feh­ler. Rich­te­rin Fran­zis­ka Braun ent­geg­ne­te, dass so et­was zwar ein­mal, aber nicht drei­mal vor­kom­me.

Die An­ge­klag­te gab sofort zu, die Lich­ter­ket­ten, ei­nen Elch und ei­nen LED-Pin­gu­in be­stellt zu ha­ben. Sie ha­be aber vor­her mit ih­rem Mann über die Kos­ten ge­spro­chen. Ein ei­ge­nes Kon­to hat sie nicht. Doch we­der die Staats­an­wäl­tin noch Rich­te­rin Braun glaub­ten ihr, dass sie die Rech­nun­gen je­mals hät­te be­zah­len wol­len. Ei­ne Po­li­zei­be­am­tin, die als Zeu­gin ge­la­den war, sag­te aus, dass die An­ge­klag­te be­reits als Schuld­ne­rin be­kannt sei. Die Frau be­haup­te­te zwar, dass sie im Nach­hin­ein noch zah­len und den Be­trag in Ra­ten ab­stot­tern woll­te, aber die Be­le­ge nicht mehr fin­den konn­te. Der Blick ins Vor­stra­fen­re­gis­ter ver­riet, dass sie be­reits seit 1992 im­mer wie­der in Er­schei­nung ge­tre­ten war. Gleich mehr­fach wur­de sie we­gen des Er­schlei­chens von Leis­tun­gen und we­gen Be­trugs verurteilt, ver­stieß ge­gen Be­wäh­rungs­auf­la­gen und muss­te des­we­gen ins Ge­fäng­nis.

Aus die­sem Grund ver­ur­teil­te Braun sie zu ei­ner Frei­heits­stra­fe von acht Mo­na­ten auf Be­wäh­rung und ei­ner Geld­bu­ße von 750 Eu­ro an ei­nen Kin­der­schutz­bund. Zu ih­ren Guns­ten wer­te­te Braun, dass sie in­zwi­schen ein ge­fes­tig­te­res Um­feld ha­be, ver­hei­ra­tet sei, sich um ih­re vier und sie­ben Jah­re al­ten Kin­der küm­me­re und sich um ei­ne Ar­beits­stel­le be­mü­he. Die Frau nahm das Ur­teil re­gungs- und kom­men­tar­los an. (ida)

Ar­chiv­fo­to: Weiz­enegger

Vor dem Günz­bur­ger Amts­ge­richt muss­te sich ei­ne zwei­fa­che Mut­ter we­gen Be­trugs ver­ant­wor­ten. Sie kam mit ei­ner Be­wäh­rungs­stra­fe da­von.

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