Das Ge­schäft mit der An­ge­be­rei

Mittelschwaebische Nachrichten - - Bayern - VON HOLGER SABINSKY-WOLF hogs@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de Der Protz-Prinz-Pro­zess

Gut muss man das nicht fin­den, aber mit plum­per An­ge­be­rei kann man es heu­te ganz schön weit brin­gen. Das Ge­schäfts­mo­dell des „Protz-Prin­zen“Mar­cus von An­halt be­ruht ne­ben dem Be­trei­ben von Bor­del­len im We­sent­li­chen dar­auf, dass er im Ge­spräch bleibt. Wo­mit auch im­mer. Da­mit lässt sich schon ei­ne Men­ge Geld ver­die­nen. Face­book und Pri­vat­fern­se­hen ma­chen es mög­lich. Selbst ein zwei­jäh­ri­ger Knast­auf­ent­halt stört da nicht. Für Fern­seh­for­ma­te wie „Pro­mi Big Bro­ther“oder das Dschun­gel-Camp macht das die­se Leu­te so­gar erst rich­tig in­ter­es­sant.

Und so bit­ter das ist, ei­ne Fi­gur wie der Möch­te­gern-Prinz sieht selbst ein Ge­richts­ver­fah­ren vor al­lem als Show­büh­ne. Die hat er in Augs­burg weid­lich ge­nutzt, ob­wohl die Straf­kam­mer sich sehr um ei­ne sach­li­che Pro­zess­füh­rung be­müht hat. Aber die Jus­tiz hat we­nig Hand­ha­be ge­gen so ei­nen Zir­kus, der ganz ei­ge­nen Ge­set­zen folgt.

So be­se­hen ist es nur fol­ge­rich­tig, dass der Protz-Prinz wie­der in Re­vi­si­on geht. Das bie­tet ihm die Mög­lich­keit, das Thea­ter fort­zu­füh­ren. Und sein An­walt lehnt sich ganz cool zu­rück und sagt: „Das rech­net sich.“Und wahr­schein­lich hat er da­mit auch noch recht.

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