Ben John­son, Olym­pia 1988 – Sta­no­zo­lol ge­winnt Gold

Mittelschwaebische Nachrichten - - Sport - Fo­to: Imago

Olym­pi­sches 100-m-Fi­na­le von Seo­ul: Der Ka­na­di­er Ben John­son ka­ta­pul­tiert sei­ne Mus­kel­ber­ge mit noch nie ge­se­he­ner Wucht in 9,79 Se­kun­den über die Zi­el­li­nie. Der er­ho­be­ne Zei­ge­fin­ger gilt dem Zweit­plat­zier­ten Carl Le­wis, dem un­ge­lieb­ten Dau­er­ri­va­len. Der US-Ame­ri­ka­ner, mit neun Olym­pia­sie­gen und acht WM-Ti­teln, der „Leicht­ath­let des Jahr­hun­derts“muss sich in per­sön­li­cher Best­zeit von 9,92 Se­kun­den ge­schla­gen ge­ben. Die ob­li­ga­to­ri­sche Do­ping­pro­be für den Sie­ger ent­hüllt zwei Ta­ge spä­ter ei­nen der spek­ta­ku­lärs­ten Do­ping­skan­da­le der Leicht­ath­le­tik-Ge­schich­te: John­son war mit dem Ana­bo­li­kum Sta­no­zo­lol ge­dopt, für das ge­ra­de erst ein neu­es Nach­weis­ver­fah­ren ent­wi­ckelt wor­den war. Der Kan­dier ver­lor Gold an Le­wis, um den sich eben­falls Do­ping­ge­rüch­te rank­ten, und wur­de zwei Jah­re ge­sperrt. 1991 kehr­te John­son in den Sport zu­rück, oh­ne al­ler­dings noch ein­mal so schnell zu lau­fen, wie frü­her. Al­so griff er wie­der zu Do­ping­mit­teln – und wur­de wie­der er­wischt. Die­ses­mal sperr­te ihn der Welt­ver­band le­bens­läng­lich. Sei­ne spä­te Er­kennt­nis: „Kin­der soll­ten nicht mei­nen Weg ein­schla­gen.“

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