Neue Tö­ne in der Flücht­lings­kri­se

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite - VON JÖRG SIGMUND joes@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Lan­ge Zeit hat die Eu­ro­päi­sche Uni­on die Schlie­ßung der Bal­kan­rou­te in Bausch und Bo­gen ver­dammt. Na­tio­nal­staat­li­che Lö­sun­gen könn­ten und dürf­ten nicht sein. Punkt. Jetzt hat sich der Ton grund­le­gend ge­än­dert. EU-Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk hat sich auf dem Flücht­lings­gip­fel in Wi­en so­gar aus­drück­lich zu der um­strit­te­nen Grenz­si­che­rung be­kannt. Es gel­te, die­se Rou­te für il­le­ga­le Mi­gra­ti­on für im­mer dicht­zu­ma­chen, sag­te Tusk, und kei­ner wi­der­sprach ihm.

Grenz­schutz statt Will­kom­mens­kul­tur lau­tet al­so das Mot­to. Ge­schul­det ist dies der Tat­sa­che, dass der An­drang der Flücht­lin­ge selbst auf der ge­schlos­se­nen, schier un­über­wind­ba­ren Bal­kan­rou­te nicht völ­lig ge­stoppt wur­de. Noch im­mer er­rei­chen tau­sen­de Men­schen auf die­sem Weg il­le­gal Deutsch­land und Ös­ter­reich. Der Wie­ner SPÖKanz­ler Chris­ti­an Kern geht in­zwi­schen so­gar von ei­nem Ge­ne­ra­tio­nen­pro­blem aus, weil in den nächs­ten Jahr­zehn­ten Mil­lio­nen von Mi­gran­ten auf ei­ne le­bens­wer­te Zu­kunft in der EU hof­fen wer­den.

In der Eu­ro­päi­schen Uni­on wird des­halb mehr als heu­te So­li­da­ri­tät ge­fragt sein. Noch fehlt da­zu die Ein­sicht man­cher Mit­glied­staa­ten. Auch dies ist ein Er­geb­nis des Wie­ner Flücht­lings­gip­fels.

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