Wie die Bun­des­län­der ent­stan­den sind

Mittelschwaebische Nachrichten - - Feuilleton -

Kennst du je­man­den, der in ei­nem an­de­ren Bun­des­land wohnt als du? Ins­ge­samt sind es in Deutsch­land 16 Stück. Dass es die Bun­des­län­der gibt, hat mit ei­nem gro­ßen Krieg vor 70 Jah­ren zu tun: dem Zwei­ten Welt­krieg. Deutsch­land hat­te den Krieg im Jahr 1939 be­gon­nen. Es griff meh­re­re Län­der an. Im Jahr 1945 ver­lor Deutsch­land den Krieg. Die Sie­ger wa­ren die USA, Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en und die So­wjet­uni­on. Das war zu die­ser Zeit ein gro­ßer Staat, den es heu­te nicht mehr gibt.

Die Sie­ger über­nah­men da­mals die Kon­trol­le über Deutsch­land. Sie teil­ten das Land un­ter sich auf: in Be­sat­zungs­zo­nen. Die west­li­chen Ge­bie­te wa­ren von Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und den USA be­setzt – die Ge­bie­te im Os­ten von der So­wjet­uni­on. Die Be­sat­zungs­zeit dau­er­te von 1945 bis 1949. In die­ser Zeit ent­stan­den die meis­ten west­deut­schen Bun­des­län­der, er­klärt der Ex­per­te Micha­el Ki­ße­ner. Vor 70 Jah­ren wa­ren es zum Bei­spiel Schles­wig-Hol­stein und Nord­rheinWest­fa­len.

Deutsch­land soll­te in klei­ne Stü­cke ge­teilt wer­den

Vie­le Leu­te fürch­te­ten da­mals, dass Deutsch­land noch ein­mal so mäch­tig und ge­fähr­lich wer­den könn­te. Be­son­ders Frank­reich woll­te des­halb, dass Deutsch­land mög­lichst zer­split­tert ist, sagt der Fach­mann. Die Po­li­ti­ker dort wa­ren der An­sicht: Je zer­split­ter­ter das Land, des­to un­ge­fähr­li­cher ist es. Wie die west­li­chen Bun­des­län­der heu­te aus­se­hen, hat auch da­mit zu tun, wie die Be­sat­zungs­zo­nen da­mals zu­ge­schnit­ten wa­ren. „Es sind oft in et­wa die Ge­bie­te der Be­sat­zungs­zo­nen“, sagt Pro­fes­sor Ki­ße­ner.

Im Os­ten von Deutsch­land wur­de nach dem Zwei­ten Welt­krieg ein neu­er Staat ge­grün­det: die Deut­sche De­mo­kra­ti­sche Re­pu­blik, kurz DDR. Auch dort gab es zu­erst ein­zel­ne Län­der. Aber die So­wjet­uni­on schaff­te sie im Jahr 1952 wie­der ab. Die ost­deut­schen Bun­des­län­der von heu­te ent­stan­den erst im Jahr 1990. In die­sem Jahr wur­den die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die DDR wie­der ver­eint. Vor­her trenn­te die bei­den Staa­ten ei­ne Mau­er. Die Bür­ger der DDR durf­ten in die­ser Zeit nicht ein­fach ver­rei­sen, wo­hin sie ge­ra­de woll­ten. Und auch wer aus West­deutsch­land Freun­de in der DDR be­su­chen woll­te, muss­te viel Zeit für Kon­trol­len an der Gren­ze mit­brin­gen. (dpa)

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