Un­fass­ba­res Ur­teil

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zu „Ma­ma be­täubt klei­ne Toch­ter für Sex mit Freund“(Bay­ern) vom 22. Sep­tem­ber: Wie­der ein­mal so ein Ur­teil im Na­men des Vol­kes, das ein­fach nur un­fass­bar macht: Ei­ne „Ma­ma“(passt ei­ne so lie­be­vol­le Be­zeich­nung in der Über­schrift für die­se Tä­te­rin?) macht ihr sechs­jäh­ri­ges Töch­ter­chen mit Bal­dri­an für die se­xu­el­len Per­ver­sio­nen ih­res ein­schlä­gig vor­be­straf­ten und ver­ur­teil­ten Freun­des wil­len­los und kommt vor Ge­richt mit ei­ner Be­wäh­rungs­stra­fe da­von – weil das be­täub­te Op­fer „von den Ta­ten nichts mit­be­kom­men hat“.

Wie welt­fremd darf ei­gent­lich ein Ge­richt sein, das im Na­men des Vol­kes ent­schei­det? Sex­ver­bre­cher, die mit K.-o.-Trop­fen ihr Op­fer wil­len­los ma­chen, wer­den sich nun wohl künf­tig auf die Ur­teils­be­grün­dung des Lands­hu­ter Land­ge­richts be­ru­fen. Michael Sei­fert, Har­burg

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