Steu­er­zah­ler er­in­nern sich

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft - VON DANIELA HUNGBAUR hu­da@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

An Jo­sef Acker­mann er­in­nert man sich gut: Er hät­te sich be­kannt­lich ge­schämt, da­mals in der Fi­nanz­kri­se staat­li­ches Geld an­zu­neh­men. Die­se Hal­tung kann sich der heu­ti­ge Vor­stands­chef der Deut­schen Bank, John Cryan, nicht mehr leis­ten. Da­bei muss er vor al­lem die Feh­ler sei­ner Vor­gän­ger aus­ba­den: In fast je­dem Skan­dal der Fi­nanz­welt fällt der Na­me Deut­sche Bank. Die mil­li­ar­den­schwe­ren Straf­zah­lun­gen sind zu ei­ner kaum noch zu be­wäl­ti­gen­den Last ge­wor­den, die das einst so stol­ze gro­ße Geld­haus in ei­ne exis­ten­zi­el­le Kri­se ge­führt hat.

Auch wenn be­tont wird, dass Staats­hil­fe kein The­ma ist – es könn­te bald The­ma sein. Denn so kri­tik­wür­dig die skru­pel­lo­sen Ma­chen­schaf­ten sind, die Deut­sche Bank ist sys­tem­re­le­vant. Für Deutsch­land. Für Eu­ro­pa. Be­vor das In­sti­tut ins Wan­ken ge­rät, was mit Blick auf die ge­wal­ti­gen For­de­run­gen – von de­nen noch gar nicht al­le ab­seh­bar sind – und die zu ge­rin­gen Rück­stel­lun­gen zu­min­dest nicht aus­zu­schlie­ßen ist, soll­te der Staat ein Ein­grei­fen er­wä­gen. Um ei­ne Kri­se zu ver­hin­dern. Steu­er­zah­lern dürf­te auch die­ses Sze­na­rio lei­der all­zu be­kannt vor­kom­men.

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