Denkst du des Schlos­ses noch auf stil­ler Höh?

Mittelschwaebische Nachrichten - - Feuilleton - JO­SEPH VON EI­CHEN­DORFF

Denkst du des Schlos­ses noch auf stil­ler Höh? Das Horn lockt nächt­lich dort, als ob’s dich rie­fe, Am Ab­grund grast das Reh, Es rauscht der Wald ver­wir­rend aus der Tie­fe – O stil­le! we­cke nicht! es war, als schlie­fe Da drun­ten un­nenn­ba­res Weh. – Kennst du den Gar­ten? – Wenn sich Lenz er­neut, Geht dort ein Fräu­lein auf den küh­len Gän­gen Still durch die Ein­sam­keit Und weckt den lei­sen Strom von Zau­b­er­klän­gen, Als ob die Bäu­me und die Blu­men sän­gen, Von der al­ten schö­nen Zeit. Ihr Wip­fel und ihr Brun­nen, rauscht nur zu! Wo­hin du auch in wil­der Flucht magst drin­gen: Du fin­dest nir­gends Ruh! Er­rei­chen wird dich das ge­hei­me Sin­gen, In die­ses Sees wun­der­ba­ren Rin­gen Gehn wir doch un­ter, ich und du! –

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.