See­ho­fer in der Zwick­müh­le

Mittelschwaebische Nachrichten - - Erste Seite - VON ULI BACHMEIER jub@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Bei sei­nem Vor­stoß, ei­nen neu­en An­lauf für den Bau der hef­tig um­strit­te­nen drit­ten Start­bahn am Flug­ha­fen München zu un­ter­neh­men, mach­te Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer ges­tern kei­ne gu­te Fi­gur. Er hat sich in ei­ne heik­le La­ge ma­nö­vriert.

Recht viel mehr als der Ap­pell an den Münch­ner Stadt­rat, ein Rats­be­geh­ren für ei­nen neu­er­li­chen Bür­ger­ent­scheid auf den Weg zu brin­gen, bleibt ihm in der ver­fah­re­nen Si­tua­ti­on näm­lich nicht. Al­le an­de­ren We­ge, zum Bei­spiel das Pro­jekt zur Not auch ge­gen den Wil­len der Stadt München in der Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung des Flug­ha­fens durch­zu­drü­cken, hat er sich selbst ver­baut. Schließ­lich hat er ver­spro­chen, den Wil­len der Bür­ger zu re­spek­tie­ren und kei­ne recht­li­chen Tricks an­zu­wen­den.

Nun ist See­ho­fer der Ge­trie­be­ne sei­ner ei­ge­nen Land­tags­frak­ti­on, die auf der Not­wen­dig­keit des Mil­li­ar­den­pro­jekts be­harrt. Die Aus­sich­ten sind düs­ter. Kommt es zu ei­nem neu­en Bür­ger­ent­scheid, dann ist kei­nes­wegs klar, dass er im Sinn der CSU aus­geht. Wei­gert sich der Münch­ner Stadt­rat, blei­ben See­ho­fer nur die In­stru­men­te, die er ver­spro­chen hat, nicht an­zu­wen­den. Oder er über­lässt die gan­ze Sa­che sei­nem Nach­fol­ger.

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