Ei­ne Ver­ein­s­auf­lö­sung soll un­be­dingt ver­hin­dert wer­den

Bei den Schüt­zen Ebers­hau­sen/Sei­ferts­ho­fen gibt es im­mer noch kei­nen 1. Schüt­zen­meis­ter

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis -

Ebers­hau­sen Von ei­nem er­eig­nis­rei­chen Ver­eins­jahr war bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung des Schüt­zen­ver­eins Ebers­hau­sen/Sei­ferts­ho­fen die Re­de, den­noch gibt es auch dunk­le Wol­ken am Ver­eins­him­mel: Ei­ne dro­hen­de Auf­lö­sung des Ver­eins man­gels aus­rei­chend be­setz­tem Vor­stands­gre­mi­um sol­le un­be­dingt ver­hin­dert wer­den.

Sport­lich er­folg­reich war das Ver­eins­jahr auch, das konn­te 2. Schüt­zen­meis­ter Andre­as Kraus bei der dies­jäh­ri­gen Jah­res­haupt­ver­samm­lung den zahl­reich an­we­sen­den Mit­glie­dern be­rich­ten. Trotz ei­nes nicht voll­zäh­li­gen Vor­stands sei­en al­le Auf­ga­ben mit Bra­vour ge­meis­tert wor­den. Doch die Pro­ble­me sei­en nicht we­ni­ger, son­dern eher mehr ge­wor­den. Tra­di­ti­ons­ge­mäß be­tei­lig­te sich der Schüt­zen­ver­ein wie­der an al­len ört­li­chen Ver­an­stal­tun­gen und ist so­mit ei­ne fes­te In­sti­tu­ti­on im Dorf­ge­sche­hen. Die Kranz- und Wurst­ver­lo­sung, die in­ter­nen Ver­eins­schie­ßen mit Nuss- und Eier­schie­ßen, das Preis- und Kö­nig­schie­ßen und ei­ne Thea­ter­fahrt nach Zai­serts­ho­fen sind fes­ter Be­stand­teil des Jah­res­pro­gram­mes.

Die 1. Mann­schaft konn­te sich ein wei­te­res Jahr in der Be­zirks­li­ga mit her­vor­ra­gen­den Schieß­leis­tun­gen be­haup­ten. Lei­der muss­te nun die Mann­schaft vom Run­den­wett­kampf für die­ses Jahr ab­ge­mel­det wer­den, da es nicht mehr mög­lich ist, ein voll­zäh­li­ges Team auf­zu­stel­len. Hier macht sich auch schon das Pro­blem be­merk­bar, dass der Pos­ten des Ju­gend- und Sport­lei­ters seit län­ge­rer Zeit nicht be­setzt ist. Die Ab­tei­lung Groß­ka­li­ber­waf­fen er­freut sich nach wie vor gros­ser Be­liebt­heit. So konn­te Hans Dre­her wie­der über zahl­rei­che Schieß­ter­mi­ne be­rich­ten.

Im Kas­sen­be­richt von Ge­org Ries wur­de deut­lich, dass der Ver­ein fi­nan­zi­ell auf ge­sun­den Bei­nen ste­he und ei­gent­lich al­les bes­tens be­stellt sei.

Beim wich­tigs­ten Punkt der Ta­ges­ord­nung „Neu­wah­len“konn­te der Pos­ten des 1. Schüt­zen­meis­ters wie­der nicht be­setzt wer­den. Trotz in­ten­si­ver Be­mü­hun­gen und Ge­sprä­che im Vor­feld der Jah­res­haupt­ver­samm­lung konn­te kein Kan­di­dat ge­fun­den wer­den. Nun ste­he der Ver­ein end­gül­tig mit dem Rü­cken zur Wand und das Wei­ter­be­ste­hen des Ver­ei­nes sei höchst ge­fähr­det, hieß es. Andre­as Kraus rich­te­te ei­nen Ap­pell an al­le, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und sich zur Wahl zu stel­len.

Man kön­ne sich kaum vor­stel­len, dass es ei­nen Ver­ein mit so lan­ger und er­folg­rei­cher Ver­gan­gen­heit plötz­lich nicht mehr ge­ben wer­de. Dies wä­re so­wohl für das dörf­li­che Ver­eins­le­ben und auch für al­le, die dem Schüt­zen­sport zu­ge­tan sind, ein gro­ßer Ver­lust. Das der­zei­ti­ge Schüt­zen­meis­ter­amt funk­tio­nie­re her­vor­ra­gend und fi­nan­zi­ell sei auch al­les im Lot, sag­te Andre­as Kraus. Bei die­sen po­si­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen soll­te es doch mög­lich sein, das Amt des 1. Schüt­zen­meis­ters wie­der zu be­set­zen.

Auch Gau­schüt­zen­meis­ter Helmut Kon­rad ver­such­te eben­falls, die an­we­sen­den Mit­glie­der zu über­zeu­gen, wie wich­tig es sei, dass je­mand den Mut auf­brin­ge und dem Ver­ein aus die­ser schwie­ri­gen Si­tua­ti­on hel­fe. Lei­der ge­he der Trend im­mer mehr in die Rich­tung, dass die Ver­ei­ne gro­ße Pro­ble­me so­wohl im Be­reich des Nach­wuch­ses als auch auf der Ebe­ne der Ver­eins­füh­rung hät­ten, sag­te Helmut Kon­rad. Er se­he dies für die Zu­kunft mit gro­ßer Sor­ge, weil es den Fort­be­stand vie­ler Ver­ei­ne ge­fähr­den könn­te.

Auch der 2. Bür­ger­meis­ter An­ton At­te­rer rich­te­te ei­nen ein­dring­li­chen Ap­pell an die Ver­samm­lung, sich für die Ver­eins­füh­rung zur Ver­fü­gung zu stel­len. Al­le Be­mü­hun­gen wa­ren je­doch ver­ge­bens: Das Schüt­zen­meis­ter­amt und auch der Pos­ten des Ju­gend- und Sport­lei­ters konn­ten nicht be­setzt wer­den.

Dies be­deu­tet nun, dass wohl En­de Ok­to­ber/An­fang No­vem­ber ei­ne au­ßer­or­dent­li­che Jah­res­haupt­ver­samm­lung ab­ge­hal­ten wer­den muss und dann, wenn die Si­tua­ti­on noch die glei­che sei, der Ver­ein auf­ge­löst wer­den müs­se.

Aus der an­schlie­ßen­den Dis­kus­si­on her­aus er­gab sich der Vor­schlag, dass das Schüt­zen­meis­ter­amt ja auch auf meh­re­re Per­so­nen ver­teilt wer­den könn­te, die dann gleich­be­rech­tigt die Ver­eins­füh­rung über­neh­men. Da die­se Mög­lich­keit so nicht in der der­zei­ti­gen Ver­eins­sat­zung nie­der­ge­schrie­ben sei, müss­te die Sat­zung ge­än­dert wer­den. Mit über­wie­gen­der Mehr­heit stimm­ten die Mit­glie­der die­sem Vor­schlag zu. So­mit könn­ten dann bei der au­ßer­or­dent­li­chen Jah­res­haupt­ver­samm­lung meh­re­re Mit­glie­der, die dann gleich­be­rech­tigt die Ver­eins­füh­rung über­neh­men, ge­wählt wer­den. Dies wä­re wohl die letz­te Chan­ce den Ver­ein doch noch vor der Auf­lö­sung zu ret­ten.

Es sind nun al­le Mit­glie­der ge­for­dert, sich für den Ver­ein zur Ver­fü­gung zu stel­len und so­mit ei­ne Ver­ein­s­auf­lö­sung zu ver­hin­dern. (zg)

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