Blut­leer und macht­los

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zu „Wes­ten warnt Mos­kau we­gen Alep­po“(Sei­te 1) vom 26. Sep­tem­ber: Nach der ver­hee­ren­den Of­fen­si­ve mit bun­ker­spren­gen­den Bom­ben des sy­ri­schen Re­gimes un­ter rus­si­scher Schirm­herr­schaft auf den He­xen­kes­sel Alep­po mit ca. 200 To­des­op­fern ist dort jeg­li­che Hoff­nung auf Waf­fen­ru­he ei­ner tie­fen Ver­zweif­lung ge­wi­chen. Den war­nen­den Wor­ten des Wes­tens ge­gen Mos­kau müs­sen nun end­lich Ta­ten fol­gen! In die­sem Zu­sam­men­hang stellt sich er­neut die Fra­ge nach Sinn und Zweck der Uno mit ih­rem Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen. Der Si­cher­heits­rat muss sei­ner ur­ei­gens­ten Auf­ga­be, bei Be­dro­hung oder Bruch des Frie­dens und bei An­griffs­hand­lun­gen Ent­schei­dun­gen mit Bin­dungs­wir­kung für die Mit­glied­staa­ten zu tref­fen, end­lich nach­kom­men. Da des­sen Ent­schei­dun­gen al­ler­dings kei­ner wirk­sa­men Rechts­kon­trol­le un­ter­lie­gen, ist die­se In­sti­tu­ti­on in ih­rer jet­zi­gen Er­schei­nungs­form blut­leer und macht­los. Soll die Ge­fahr von wei­te­rem Völ­ker­mord und der völ­li­gen Ver­nich­tung gan­zer Städ­te wirk­sam ab­ge­wen­det wer­den, müs­sen da­her nun bald­mög­lichst in­ter­na­tio­na­le Ver­trä­ge mit Ge­set­zes­kraft her, um den Si­cher­heits­rat der Ver­ein­ten Na­tio­nen in die La­ge zu ver­set­zen, sei­nen Auf­trag mit fried­li­chen Mit­teln zu er­fül­len. Her­bert Bie­der­mann, Kirch­dorf

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