Was Ver­brau­cher über den Öl­preis wis­sen soll­ten

Die Opec hat sich auf ei­ne Be­gren­zung der För­der­men­gen ver­stän­digt

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft -

Ham­burg Der Herbst be­ginnt, es wird küh­ler – und lang­sam Zeit, die Hei­zung wie­der auf­zu­dre­hen. Die Kos­ten fürs Hei­zen sind seit zwei Jah­ren auf dem Rück­zug. Dar­an wird kurz­fris­tig auch die Opec nichts än­dern, die sich bei ei­ner Kon­fe­renz in Al­gier auf ei­ne Be­gren­zung der För­der­men­gen ver­stän­dig­te und da­mit ei­nen klei­nen Auf­wärts­kick am Öl­markt ver­ur­sach­te. Fra­gen und Ant­wor­ten zum The­ma:

Wie re­agiert der Markt auf die Ei­ni­gung der Opec-Län­der?

Die­ser Schritt war nicht er­war­tet wor­den und führ­te zu­nächst zu ei­nem ra­schen An­stieg der Öl­prei­se um mehr als zwei Dol­lar. Am Don­ners­tag wa­ren für ein Bar­rel (159 Li­ter) der Nord­see-Sor­te Brent rund 48 Dol­lar zu be­zah­len. Das ist we­der be­son­ders viel noch be­son­ders we­nig und ent­spricht dem Durch­schnitts­preis im lau­fen­den Jahr. Vor ei­nem Jahr war der Öl­preis un­ge­fähr gleich hoch. Im Ja­nu­ar und Fe­bru­ar war er für ei­ni­ge Ta­ge un­ter die Mar­ke von 30 Dol­lar ge­stürzt, hat­te sich aber an­schlie­ßend wie­der er­holt.

Wird Heiz­öl nach dem Opec-Be­schluss nun teu­rer?

Kaum. Auch der Preis für Heiz­öl ging am Don­ners­tag zwar vor­erst in die Hö­he, ge­gen­wär­tig sind im bun­des­wei­ten Durch­schnitt 51 Eu­ro für 100 Li­ter zu be­zah­len (in­klu­si­ve Mehr­wert­steu­er). Das war aber schon mal güns­ti­ger, als der Heiz­ölP­reis im Ja­nu­ar und Fe­bru­ar kurz un­ter 40 Eu­ro ge­fal­len war. Ei­gen­heim­be­sit­zer und Mie­ter kön­nen sich der­zeit nicht be­kla­gen, wenn sie mit Heiz­öl hei­zen. Zu­letzt wa­ren die Prei­se 2009 auf ei­nem ver­gleich­ba­ren Ni­veau, seit­dem meis­tens viel hö­her. Vor ei­nem Jahr war Heiz­öl un­ge­fähr 5 Eu­ro teu­rer. Zwi­schen 2011 und 2014 muss­ten die Kun­den noch mehr als 80 Eu­ro be­zah­len, in der Spit­ze mehr als 96 Eu­ro.

Und wie sieht es beim Ben­zin aus?

Der ak­tu­el­le Preis für Die­sel liegt bei 1,08 Eu­ro je Li­ter, für Su­per­ben­zin E 10 sind im bun­des­wei­ten Durch­schnitt un­ge­fähr 1,28 Eu­ro zu be­zah­len. Vor ei­nem Jahr la­gen die Prei­se um zwei bis drei Cent hö­her. Da­mit sind die Kraft­stoff­prei­se auf Jah­res­sicht re­la­tiv sta­bil. Sie schwan­ken je­doch nach wie vor sehr stark nach Ta­ges­zei­ten und sind auch re­gio­nal ver­schie­den.

Mehr als die Hälf­te der Haus­hal­te hei­zen nicht mit Öl, son­dern mit Gas. Ha­ben sie mit Aus­wir­kun­gen zu rech­nen?

Die Öl- und Gas­märk­te ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu­neh­mend ent­kop­pelt. Wäh­rend der Preis für Heiz­öl in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren um rund 40 Pro­zent zu­rück­ging, be­trug der Rück­gang beim Gas nicht ein­mal 10 Pro­zent. Die Gas­ver­sor­ger muss­ten zwar bei der Be­schaf­fung im Groß­han­del we­ni­ger für das Gas be­zah­len, die Bör­sen­prei­se san­ken zwi­schen Ju­li 2014 und Ju­li 2016 um mehr als ein Fünf­tel. Die Un­ter­neh­men hat­ten aber zum Teil auch hö­he­re Lei­tungs­kos­ten zu ver­kraf­ten. Für den Herbst ha­ben vie­le Ver­sor­ger Preis­sen­kun­gen an­ge­kün­digt, im Schnitt nach An­ga­ben des In­ter­net-Por­tals Ve­ri­vox um rund 7 Pro­zent.

Dann wird die nächs­te Heiz­sai­son al­so güns­ti­ger als die ver­gan­ge­ne?

So war es in den ver­gan­ge­nen bei­den Jah­ren. Die Aus­ga­ben der pri­va­ten Haus­hal­te für Ener­gie sind ins­ge­samt rück­läu­fig. In den Jah­ren 2012 und 2013 muss­te ein Durch­schnitts­haus­halt je­weils 257 Eu­ro pro Mo­nat für Ener­gie aus­ge­ben; dar­in sind Strom, Gas oder Öl und Kraft­stof­fe ent­hal­ten. Im Jahr 2014 wa­ren es nur noch 245 Eu­ro und im Jahr 2015, für das noch kei­ne of­fi­zi­el­len Da­ten vor­lie­gen, war der Trend wei­ter rück­läu­fig. Ob das Hei­zen in die­sem Win­ter güns­ti­ger wird als im vo­ri­gen, hängt je­doch nicht nur von den Prei­sen ab – son­dern auch vom Wet­ter. Wird der Win­ter kalt, dann wird es teu­er. Eck­art Gi­en­ke, dpa

Fo­to: dpa

Heiz­öl wird nach Ex­per­ten­ein­schät­zung lang­fris­tig nicht teu­rer.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.