11 000 Stim­men da­ge­gen

Wa­ckelt Augs­burgs Thea­ter­sa­nie­rung?

Mittelschwaebische Nachrichten - - Wirtschaft - VON NICOLE PRESTLE

Augs­burg Muss sich die Stadt Augs­burg auf ei­nen Bür­ger­ent­scheid zur ge­plan­ten Thea­ter­sa­nie­rung ein­stel­len? Die „Initia­ti­ve Kul­tu­rel­le Stadt­ent­wick­lung Augs­burg“, die seit sechs Mo­na­ten Un­ter­schrif­ten ge­gen das 186-Mil­lio­nen-Pro­jekt sam­melt, hat of­fen­bar die not­wen­di­gen 11000 Un­ter­stüt­zer zu­sam­men. Nächs­te Wo­che soll die Lis­te an die Stadt über­ge­ben wer­den.

Die Nach­richt wur­de aus­ge­rech­net an dem Tag pu­blik, an dem sich der Stadt­rat mit den nächs­ten Schrit­ten der Sa­nie­rung be­fass­te. Das Gro­ße Haus – die Haupt­spiel­stät­te des Thea­ters – soll ab 2017 sa­niert wer­den. Pro­ble­ma­tisch im Wie­der­auf­bau aus der Nach­kriegs­zeit ist vor al­lem der Brand­schutz: Die­sen Sommer sperr­te die Feu­er­wehr das Ge­bäu­de über­ra­schend zu, weil „Ge­fahr für Leib und Le­ben“der Zu­schau­er be­ste­he.

Über die­se Sa­nie­rung hin­aus sieht die Pla­nung ei­nen Neu­bau für Werk­stät­ten, Ver­wal­tung, Pro­be­büh­nen so­wie ei­nen Mul­ti­funk­ti­ons­saal vor. Letz­te­rer soll spä­ter vom Thea­ter so­wie von an­de­ren Ver­an­stal­tern ge­nutzt wer­den kön­nen. Der Stadt­rat sprach sich ges­tern in

Geht es am En­de doch oh­ne neue Schul­den?

ei­nem Grund­satz­be­schluss noch ein­mal für die­se Lö­sung aus.

Ob sie tat­säch­lich kom­men wird, hängt nun von der Zu­läs­sig­keit des Bür­ger­be­geh­rens ab. So­bald die Un­ter­schrif­ten ab­ge­ge­ben sind, wird die Stadt nicht nur prü­fen, ob die not­wen­di­ge Zahl vom 11 000 Un­ter­zeich­nern er­reicht wur­de. Es wird auch dar­um ge­hen, ob die Fra­ge­stel­lung recht­lich in Ord­nung ist. Sie lau­tet: „Sind Sie da­für, dass die Stadt Augs­burg die Sa­nie­rung des Thea­ters trotz an­ge­spann­ter Haus­halts­la­ge über Neu­ver­schul­dung fi­nan­ziert?“Ak­tu­ell ist ge­plant, den städ­ti­schen An­teil von 91 Mil­lio­nen Eu­ro über die Auf­nah­me neu­er Schul­den zu fi­nan­zie­ren. Da­zu wä­ren neue Kre­di­te in Hö­he von 72 Mil­lio­nen nö­tig. Die Sa­nie­rungs­kri­ti­ker be­män­geln, dass das oh­ne­hin hoch ver­schul­de­te Augs­burg sich da­durch über Jah­re hin­weg fi­nan­zi­ell be­las­ten wür­de.

Die Stadt hat aber of­fen­bar ei­ne Lö­sung ge­fun­den, wie das Thea­ter auch oh­ne Schul­den zu be­zah­len wä­re. Ver­ein­facht ge­sagt, sol­len nun ak­tu­ell ge­plan­te In­ves­ti­tio­nen über Schul­den fi­nan­ziert wer­den und die da­durch ein­ge­spar­ten Rück­la­gen fürs Thea­ter her­an­ge­zo­gen wer­den. Die Fra­ge­stel­lung des Bür­ger­be­geh­rens wä­re da­mit wohl recht­lich aus­ge­he­belt.

Fo­to: Ul­rich Wa­gner

Die ge­plan­te Sa­nie­rung des Thea­ters stößt auf Kri­tik.

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