Mün­chen un­ter­stützt 1860-Plan

Neu­es Sta­di­on auf Mes­se­ge­län­de?

Mittelschwaebische Nachrichten - - Panorama -

Mün­chen Fuß­ball-Zweit­li­gist TSV 1860 Mün­chen kann bei den ge­än­der­ten Plä­nen für ein neu­es Sta­di­on auf ein Ent­ge­gen­kom­men und die Un­ter­stüt­zung der Stadt Mün­chen hof­fen. Bei ei­nem Tref­fen mit Ober­bür­ger­meis­ter Die­ter Rei­ter (SPD) hat­ten Ver­eins­prä­si­dent Pe­ter Cas­sa­let­te und 1860-In­ves­tor Ha­san Is­ma­ik am Don­ners­tag vor­ge­tra­gen, dass ei­ne ur­sprüng­lich für den Sta­di­on-Neu­bau vor­ge­se­he­ne Flä­che auf dem Mes­se­ge­län­de im Os­ten Mün­chens zu klein sei. Rei­ter ha­be dar­auf­hin zu­ge­sagt, mit dem Frei­staat Bay­ern als Mit­ei­gen­tü­mer der Mes­se zu klä­ren, „ob ge­ge­be­nen­falls ein grö­ße­rer Flä­chen­an­teil zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den kann“. Das gab der Po­li­ti­ker be­kannt.

Das an­ge­bo­te­ne Are­al bie­te nicht die Ka­pa­zi­tät für ein Sta­di­on mit 50 000 Zu­schau­ern, wie es den Sech­zi­gern vor­schwebt.

Rei­ter kün­dig­te an, sich vor­aus­sicht­lich noch in die­sem Jahr mit Is­ma­ik und Cas­sa­let­te zu ei­nem wei­te­ren Ge­spräch zu tref­fen. Nach lan­ger Stand­ort­su­che bie­tet die Mes­se Riem dem Tra­di­ti­ons­klub die bes­te Aus­gangs­la­ge für das Vor­ha­ben.

Der ex­zen­tri­sche Geld­ge­ber Is­ma­ik hat­te un­ter an­de­rem mit dem Vor­schlag für Auf­se­hen ge­sorgt, ne­ben der neu­en Are­na auch ein Zoo­ge­he­ge für ech­te Lö­wen bau­en zu wol­len. (dpa)

Er­folgs­er­leb­nis­se scha­den nie. Wir ha­ben ei­nen naht­lo­sen Über­gang von Ralf Rang­nick zu mir ge­schafft. Wir woll­ten nicht all­zu viel ver­än­dern und die Spiel­wei­se bei­be­hal­ten. Wir pfle­gen ei­ne ähn­li­che Phi­lo­so­phie von Fuß­ball. Das war wohl auch der Grund, war­um Ralf Rang­nick mich un­be­dingt ha­ben woll­te.

Sie ha­ben ein­mal ge­sagt, Sie ver­su­chen je­des Spiel los­ge­löst vom Er­geb­nis zu be­ur­tei­len. Ist das über­haupt mög­lich? Ha­sen­hüttl: Man muss im­mer ver­su­chen, die Din­ge los­ge­löst vom Er­geb­nis zu be­trach­ten. Nur so be­steht die Chan­ce, sich zu ver­bes­sern. Un­se­re Auf­ga­be liegt dar­in, das Gu­te und Schlech­te zu be­ur­tei­len. Was wur­de von den Jungs um­ge­setzt? Hat­ten wir den rich­ti­gen Plan? Es kann auch pas­sie­ren, dass der Trai­ner den fal­schen An­satz ge­wählt hat.

Übe­r­aus er­geb­nis­ori­en­tiert ha­ben zu­letzt Bun­des­li­ga-Ver­ant­wort­li­che ih­re Trai­ner be­ur­teilt. Wie se­hen Sie die Ent­wick­lung, sich so früh von ei­nem Trai­ner zu tren­nen? Ha­sen­hüttl: In un­se­rem Job sind Er­geb­nis­se im End­ef­fekt die ein­zi­gen Ar­gu­men­te. Trai­ner ha­ben ei­ne sehr ver­ant­wor­tungs­vol­le Auf­ga­be. Un­se­re Ent­schei­dun­gen müs­sen da­zu füh­ren, dass die Ar­beit ei­nes Ver­eins er­folg­reich ist. Ist das nicht der Fall, wa­ren es am En­de kei­ne gu­ten Ent­schei­dun­gen – und man muss die Kon­se­quen­zen tra­gen. Das ist nichts, wo man als Trai­ner aus al­len Wol­ken fal­len darf.

Sie kön­nen al­so nach­voll­zie­hen, dass Lab­ba­dia nach fünf Spiel­ta­gen beim HSV be­ur­laubt wur­de? Ha­sen­hüttl: Stellt sich der Er­folg nicht ein und der Ver­ein glaubt, ein an­de­rer Trai­ner kann aus der Mann­schaft mehr her­aus­ho­len und es wird ein neu­er Im­puls be­nö­tigt, dann muss der Klub die ent­spre­chen­de Ent­schei­dung tref­fen. Der Ver­ein trägt die Ver­ant­wor­tung, dass der neue Trai­ner funk­tio­niert. Ist das nicht der Fall, kommt ir­gend­wann si­cher­lich auch die Fra­ge auf: Mo­ment, ihr wech­selt ei­nen Trai­ner nach dem an­de­ren: Funk­tio­nie­ren vi­el­leicht an­de­re Din­ge nicht?

Leip­zig oder auch der FC Augs­burg hiel­ten in der Ver­gan­gen­heit lan­ge an Trai­nern fest. Gibt es für ei­nen Bun­des­li­ga­trai­ner über­haupt die Si­cher­heit, lang­fris­tig ar­bei­ten zu dür­fen? Ha­sen­hüttl: Si­cher­heit gibt es nicht. Man muss Wo­che für Wo­che Leis­tung und Er­geb­nis­se ab­lie­fern. Das ist so in un­se­rem Ge­schäft. Ich ha­be da­mit über­haupt kein Pro­blem.

Ist die Er­war­tungs­hal­tung der Klub­ver­ant­wort­li­chen zu groß? Ha­sen­hüttl: Die Er­war­tungs­hal­tung muss sich den mo­men­ta­nen Mög­lich­kei­ten des Klubs an­glei­chen. Da­für muss die sport­li­che Lei­tung sor­gen. Häu­fig ist das das Pro­blem der Tra­di­ti­ons­ver­ei­ne. Ein Meis­ter­ti­tel vor 30 Jah­ren hilft dir in der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on nicht wei­ter.

Sie ha­ben sich sehr emo­tio­nal beim FC In­gol­stadt ver­ab­schie­det. Wie in­ten­siv ver­fol­gen Sie den Ver­ein noch?

Fo­to: Woi­tas, dpa

Ralph Ha­sen­hüttl hat gut La­chen die­ser Ta­ge: Mit Auf­stei­ger Leip­zig hat der Trai­ner ei­nen gu­ten Sai­son­start ge­schafft. Sein nächs­ter Geg­ner: Augs­burg.

Fo­to: dpa

Die Lö­wen sind in der Al­li­anz-Are­na nie hei­misch ge­wor­den.

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