Ver­miss­ter Pa­ti­ent: Su­che fin­det ein glück­li­ches En­de

Mittelschwaebische Nachrichten - - Landkreis - VON IDA KÖ­NIG

Die Su­che nach ei­nem Pa­ti­en­ten der Ichen­hau­ser Fach­kli­nik hat am Mitt­woch­mit­tag ein gu­tes En­de ge­fun­den. Ein­satz­kräf­te fan­den ihn in der Nä­he der Kli­nik. Der 77-Jäh­ri­ge hat­te das Kran­ken­haus am Di­ens­tag­nach­mit­tag ver­las­sen, er be­nö­tig­te drin­gend ärzt­li­che Hil­fe. In­ten­si­ve Such­maß­nah­men im Um­feld des Kran­ken­hau­ses bis in die spä­ten Abend­stun­den ver­lie­fen zu­nächst er­geb­nis­los.

Am Mitt­woch wur­den die Such­maß­nah­men durch Un­ter­stüt­zungs­kräf­te der Be­reit­schafts­po­li­zei fort­ge­führt und die Öf­fent­lich­keit in­for­miert. Un­ter an­de­rem war auch ein Po­li­zei­hub­schrau­ber an der Su­che be­tei­ligt. Ge­gen 12.30 Uhr fan­den Be­am­te der Be­reit­schafts­po­li­zei den Mann in ei­nem Un­ter­stand ei­ner na­he ge­le­ge­nen Mi­ni­gol­fAn­la­ge. Er war an­sprech­bar und wur­de in ärzt­li­che Be­treu­ung über­ge­ben. Der Mann war nach An­ga­ben der Po­li­zei ent­kräf­tet und leicht un­ter­kühlt, sein Zu­stand sei aber nicht le­bens­be­droh­lich.

Im Ret­tungs­ein­satz wa­ren die Feu­er­weh­ren Ichenhausen und Günz­burg so­wie die Was­ser­wach­tOrts­krup­pen Krum­bach und Thann­hau­sen, die die Ge­wäs­ser na­he der Fach­kli­nik ab­such­ten, dar­un­ter die Günz mit ei­nem Boot und ei­nen Wei­her durch ei­nen Tau­cher. (zg) Oxen­bronn Ja­na war 14, als sie er­fuhr, dass sie in der sechs­ten Wo­che schwan­ger ist. „Das war schon ein Schock“, sagt die heu­te 16-Jäh­ri­ge. Mit ih­rem Freund war sie noch nicht lan­ge zu­sam­men und au­ßer­dem be­such­te sie ge­ra­de die zehn­te Klas­se der Mit­tel­schu­le Ichenhausen, woll­te nach dem qua­li­fi­zie­ren­den Haupt­schul­ab­schluss auch die mitt­le­re Rei­fe schaf­fen.

Doch sie woll­te nicht nur, sie hat es auch ge­schafft – mit viel Un­ter­stüt­zung ih­rer Fa­mi­lie, ih­rer Freun­de und auch ih­rer da­ma­li­gen Leh­re­rin Ute Do­rer, die sie im­mer wie­der mo­ti­vier­te, die Schu­le nicht ab­zu­bre­chen.

In­zwi­schen hat Ja­na ih­re Aus­bil­dung be­gon­nen, be­sucht die Kin­der­pfle­ge­schu­le in Krum­bach. Oh­ne ih­re Mut­ter Michae­la Jörg wä­re das al­ler­dings nicht mög­lich – sie passt tags­über auf den acht Mo­na­te al­ten Ales­sio auf. Da­bei war die Nach­richt, dass ih­re Toch­ter schwan­ger ist, für sie fast scho­ckie­ren­der als für die jun­ge Mut­ter selbst. „Die­sen Tag wer­de ich wohl mein Le­ben lang nicht ver­ges­sen“, sagt die 42-Jäh­ri­ge. Auch für sie än­der­te sich ei­ni­ges durch die Schwan­ger­schaft. Ihr jüngs­tes Kind ist in­zwi­schen vier Jah­re alt, ei­gent­lich woll­te sie wie­der in ih­ren Be­ruf ein­stei­gen. Doch die­sen Plan stellt sie noch ein­mal zu­rück und bleibt nun zu Hau­se, bis ihr En­kel alt ge­nug für den Kin­der­gar­ten ist. Dass ih­re Toch­ter kei­ne Aus­bil­dung macht oder war­tet, bis ihr Sohn alt ge­nug für ei­ne Kin­der­krip­pe ist, kam für sie nicht in Fra­ge. „Wenn man ein­mal zu Hau­se war, ist es schwer, wie­der in den Schul­all­tag zu fin­den“, meint Michae­la Jörg.

Al­les nimmt sie ih­rer Toch­ter aber nicht ab – nachts al­le zwei St­un­den auf­ste­hen, um nach ih­rem Sohn zu se­hen, das war von An­fang an Ja­nas Auf­ga­be. Auch nach der Schu­le und am Wo­che­n­en­de ist sie in der Ver­ant­wor­tung. Zu Ales­si­os Va­ter hat sie in­zwi­schen kaum noch Kon­takt, die bei­den sind mitt­ler­wei­le ge­trennt. Ob­wohl sich Ja­nas Le­ben von dem an­de­rer 16-Jäh­ri­ger un­ter­schei­det, hat sie doch ähn­li­che In­ter­es­sen. Auch sie will sich mit ih­ren Freun­din­nen tref­fen, am Wo­che­n­en­de aus­ge­hen und sich auch wie­der ver­lie­ben. Ganz so aus­gie­big fei­ern ge­hen wie ih­re Freun­de kann sie zwar nicht – ein Abend am Wo­che­n­en­de ist aber mög­lich.

Nach der Tren­nung von Ales­si­os Va­ter hat­te Ja­na al­ler­dings Angst, kei­nen Freund mehr zu fin­den. Schließ­lich sei es auch für den neu­en Part­ner ei­ne gro­ße Ve­rän­de­rung, ei­ne Freun­din mit Kind zu ha­ben. Doch die­se Sor­gen hät­te sie sich nicht ma­chen müs­sen. Vor Kur­zem hat sie je­man­den ken­nen­ge­lernt, der sich nicht nur in sie, son­dern auch in ih­ren Sohn ver­liebt hat.

Fo­to: Bern­hard Weiz­enegger

Die­se drei sind ein ein­ge­spiel­tes Team: Michae­la Jörg ist die Mut­ter von drei Kin­dern – ei­nes da­von ist die 16-jäh­ri­ge Ja­na, die be­reits selbst ei­nen acht Mo­na­te al­ten Sohn na­mens Ales­sio hat.

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