Kei­ner­lei Selbst­kri­tik

Mittelschwaebische Nachrichten - - Meinung & Dialog -

Zu „Auch der Pri­vat­mann Ba­rack Oba­ma zieht die Mas­sen an“(Po­li­tik) vom 26. Mai: Ba­rack Oba­ma ist oh­ne Fra­ge „a nice guy“. Dem­ent­spre­chend schlu­gen ihm bei sei­nem Auf­tritt auf dem Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag in Berlin auch die Sym­pa­thi­en von Zehn­tau­sen­den ent­ge­gen. Doch zeig­te er sich dort wirk­lich als ein dem Chris­ten­tum ver­bun­de­ner (Ex-)Staa­ten­len­ker? Mit­nich­ten. Trotz kla­rer Fra­gen von EKDRats­vor­sit­zen­dem Heinrich Bed­ford-Strohm er­wies sich Oba­ma zu kei­ner­lei Selbst­kri­tik fä­hig und war zu kei­nem noch so klei­nen Ein­ge­ständ­nis ei­nes wäh­rend sei­ner Amts­zeit be­gan­ge­nen Feh­lers be­reit. Statt­des­sen prä­sen­tier­te sich der auf sei­ne Leis­tung „sehr stol­ze“Droh­nen­krie­ger als ein in ers­ter Li­nie sei­ner Na­ti­on und ih­rer Si­cher­heit ver­pflich­te­ter Po­li­ti­ker. Man könn­te es auch so zu­sam­men­fas­sen: Ich bin Christ, aber zu­al­ler­erst bin ich ame­ri­ka­ni­scher Staats­prä­si­dent. Und als sol­cher ent­pupp­te auch er sich – Frie­dens­no­bel­preis hin oder her – als An­hän­ger des „My­thos der er­lö­sen­den Ge­walt“(ein von dem US-ame­ri­ka­ni­schen Theo­lo­gen Wal­ter Wink [1935 –2012] ge­präg­ter Be­griff). Chris­ten­tum ist et­was gänz­lich an­de­res! Jür­gen Kar­res, Lands­berg

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