War­nung vor zu ho­hen Er­war­tun­gen

Mittelschwaebische Nachrichten - - Gesundheit -

Der Lei­ter ei­nes in­ter­na­tio­na­len 3D-Druck-Kon­gres­ses in Mainz hat jüngst vor all­zu ho­hen Er­war­tun­gen an die neue Tech­nik für den Me­di­zin­be­reich ge­warnt. „Wir ha­ben si­cher nicht das All­heil­mit­tel“, sag­te Bil­al Al-Na­was, lei­ten­der Ober­arzt der Kli­nik für Mund-, Kie­fer- und Ge­sichts­chir­ur­gie der Uni­me­di­zin Mainz. Den­noch sieht er in den kom­men­den Jah­ren ei­nen ge­wal­ti­gen Markt für den 3D-Druck im Ge­sund­heits­be­reich. Na­he­zu al­le Hör­ge­rä­te und vie­le Zahn­kro­nen wür­den be­reits im 3D-Druck ge­fer­tigt, sag­te Ste­fa­na Ka­revs­ka von der Un­ter­neh­mens­be­ra­tung Ernst & Young. Auch Tei­le für Ge­sichts­re­kon­struk­tio­nen und so­gar Ta­blet­ten wür­den so her­ge­stellt. Der Welt­markt für 3D-An­la­gen und zu­ge­hö­ri­ge Di­enst­leis­tun­gen hat­te 2016 ein Vo­lu­men von sechs Mil­li­ar­den USDol­lar – Ten­denz steil stei­gend. AlNa­was will die Eu­pho­rie ein biss­chen brem­sen. „Wir wol­len nicht, dass man denkt: Bald hat je­der so ei­nen Dru­cker und druckt sich ei­nen neu­en Zahn oder ei­nen Kno­chen.“Ein Pro­blem sei die Ver­sor­gung mit Nähr­stof­fen: Da­mit Zel­len über­le­ben, müs­sen sie durch das Blut ver­sorgt wer­den – was nur geht, wenn Blut­ge­fä­ße da sind. Bis ein Or­gan ge­druckt wer­den kön­ne, wer­de es noch dau­ern. (dpa)

Fo­to: EOS/Tobias Ha­se, dpa

Das Bild zeigt ein Schä­delim­plan­tat, das mit ei­nem 3D Dru­cker her­ge­stellt wur­de.

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